Für eine Internet-Kunstaktion kehrt der ehemalige Stasi-Häftling Carl-Wolfgang Holzapfel für sieben Tage in eine Zelle der einstigen Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen zurück. Während dieser Zeit werde Holzapfel rund um die Uhr von einer Webcam gefilmt, teilte die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mit. Der Livestream kann unter stasi-live-haft.de im Internet verfolgt werden. Holzapfel und die Künstlerin Franziska Vu wollen mit der Aktion vom 29. Oktober bis 5. November verstärkt auf die Opfer der SED-Diktatur und deren Unterdrückung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) aufmerksam machen.
„Wir sind von dieser Idee überzeugt und stellen den Künstlern die Original-Räumlichkeiten gerne zur Verfügung“, sagte der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte, Siegfried Reiprich. Auf diesem Wege könnten Menschen nachzuvollziehen, wie es inhaftierten Gegnern der SED-Diktatur erging. „24/7 Stasi-Live-Haft soll aufrütteln und vor allem junge Menschen dazu anregen, sich im 20. Jahr des Mauerfalls auch mit den Schattenseiten der DDR zu befassen“, fügte Vu hinzu.
Holzapfel war den Angaben zufolge nach einer Demonstration für die Freilassung der politischen Gefangenen in der DDR im Oktober 1965 am Checkpoint Charlie verhaftet und nach Hohenschönhausen gebracht worden. Dort war er vor und nach seiner Verurteilung zu acht Jahren Zuchthaus insgesamt neun Monate in Einzelhaft. Heute ist er Vorsitzender der Vereinigung 17. Juni und stellvertretender Bundesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS).
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