Auszeichnung

Hubertus Knabe erhält Bundesverdienstkreuz

Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, ist von Bundespräsident Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Er wurde in der Begründung als einer der konsequentesten Vertreter der SED-Opfer bezeichnet.

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Köhler verleiht Knabe Verdienstkreuz

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Bundespräsident Horst Köhler hat zwölf ehemalige DDR-Bürger für ihr Eintreten gegen das SED-Unrecht mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Aus der Geschichte der DDR lasse sich lernen, was Mut bedeutet und Zivilcourage, die in einer Diktatur noch viel mehr erfordere als in einem Rechtsstaat, sagte Köhler am Montag bei der Ordensverleihung im Schloss Bellevue. Dass die Geehrten trotz des Risikos jahrelanger Haft für ihre Rechte und ihre Freiheit gekämpft hätten, „verdient unsere Hochachtung“.

Ausgezeichnet wurden unter anderen Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis, und Jörg Drieselmann, Leiter der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße in Berlin – ehemals Sitz des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Damit wurde Knabes Engagement „für Freiheit und Demokratie und für die Aufarbeitung des SED-Unrechts“ gewürdigt, teilte ein Sprecher der Gedenkstätten-Stiftung mit. In der Begründung des Bundespräsidenten wurde Knabe als „einer der konsequentesten Vertreter der Interessen der Opfer der SED-Diktatur“ gewürdigt.

Köhler betonte, nachträgliche Rehabilitierung, Haftentschädigung oder Opferpensionen für Bedürftige könnten den Schmerz nicht wieder gut machen. Einige litten noch immer unter den Folgen der Haft und müssten heute zusehen, „wie ihre früheren Peiniger ihren Lebensabend genießen“ und „Verantwortliche und Täter keine Reue zeigen, sondern im Gegenteil mit Unverfrorenheit über ihre Taten in der DDR reden“.

Der Bundespräsident erinnerte daran, dass es in der DDR Tausende politische Gefangene gab. Die Staatsmacht der DDR habe „systematisch Menschen ihrer Rechte und ihrer Würde beraubt“. Köhler würdigte, dass sich alle

Knabe bezeichnete die Auszeichnung als eine Würdigung der Arbeit der Gedenkstätte. „Es gibt wenige Einrichtungen in Deutschland, die in den letzten Jahren so viel für die Aufklärung über das SED-Unrecht geleistet haben wie die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“, sagte Knabe.

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