"Das weiße Band"

14-jähriger Brandenburger ist bei den Oscars dabei

Bei den Academy Awards ist "Das weiße Band" als bester ausländischer Film nominiert. In dem Kriegsdrama des österreichischen Regisseurs Michael Haneke spielt der 14-jährige Brandenburger Enno Trebs mit. Er fliegt zur Oscar-Verleihung nach Los Angeles – auch wenn er sie dort nicht persönlich erleben kann.

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Der 14-jährige Enno Trebs aus Brandenburg hatte noch nie vom Regisseur Michael Haneke gehört und verdankt ihm nun seine Reise zur Oscar-Verleihung nach Los Angeles. Der Brandenburger aus Birkenwerder spielt in dem Oscar-nominierten Drama „Das weiße Band“ die Rolle des Georg. Der Junge ist verwickelt in die geheimnisvollen Verbrechen, die die norddeutsche Dorfgemeinschaft erschüttern. „Ich war schon eher gelassen, als ich die Rolle bekommen habe“, sagte Enno. „Ich kannte Haneke gar nicht, hatte vorher keinen Film von ihm gesehen.“

Filmgrößen lassen den Gymnasiasten anscheinend kalt. In Cannes, wo „Das weiße Band“ mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, faszinierte Enno denn auch weniger der Trubel auf dem roten Teppich, als vielmehr das Flair der Côte d’Azur. Den Gewinn bei dem Filmfestival nahm er ebenso gelassen hin wie die Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film bei der Oscar-Gala. „Ich hab das gar nicht so mitbekommen, ein Schulkamerad hat mir davon erzählt. Ich hatte schon ein bisschen damit gerechnet, als der Film eingereicht wurde.“

Indirekt verdankt der mit 1,84 Meter großgewachsene Enno seine Karriere Detlev Buck. Zwar war er bei seinem allerersten Casting für dessen Kinderfilm „Hände weg von Mississippi“ früh ausgeschieden. Eine Schauspielagentin wurde jedoch auf den Jungen aufmerksam und nahm ihn und auch seine Geschwister Theo und Lilli unter Vertrag. Die beiden spielten ebenfalls beim „Weißen Band“ mit. Beim Casting setzten sich die drei Trebs-Kinder gegen rund 8000 Konkurrenten durch.

Am Set des Films hatte dank Haneke alles seine Ordnung. „Er hat ja den Ruf, schwierig zu sein. Ich fand ihn aber sehr nett, auch wenn er selten mit mir gesprochen hat“, sagte Enno. „Ich fand gut, dass er wusste, was er wollte. Wenn er an das Set kam, wusste er genau, wo welche Kamera stehen sollte. Er war sehr ordentlich, was man ja von wenigen Regisseuren kennt.“

Seine weitere Schauspielkarriere sieht er ganz entspannt. Abitur und Studium sind fest eingeplant. Die Oscar-Verleihung wird Enno leider nur im Fernsehen verfolgen können. Die Karten für das Kodak Theatre seien für Haneke, dessen Frau, einen Produzenten und den Dolmetscher reserviert, sagte Dorothea Trebs, die ihren Sohn von Donnerstag bis kommenden Mittwoch nach Kalifornien begleitet.