Die alljährliche Bekanntgabe der zum Theatertreffen (7. bis 23. Mai) eingeladenen „zehn bemerkenswertesten Inszenierungen“ ist nur mit einer Oscar-Auszeichnung zu vergleichen: Wer dabei ist, lässt die Korken knallen. Wer leer ausgeht, schimpft auf die Jury. Wer doppelt oder gar dreifach eingeladen wird, macht Karriere.

Die kann man jetzt wohl Karin Beier prognostizieren. Die Intendantin des Kölner Schauspiels darf sich gleich über drei Einladungen freuen. Und mit dem Scola-Drama „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ ist auch eine Inszenierung von ihr selbst dabei. Köln, das sich mit dem Amtsantritt von Karin Baier wieder als ernst zu nehmender Theaterstandort zurückgemeldet hat, ist zudem mit zwei Koproduktionen vertreten: Johan Simons' und Paul Koeks Inszenierung des Horváth-Stücks „Kasimir und Karoline“ (Köln/NT Gent/De Veenfabriek) und Nicolas Stemanns „Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie“. Diese Stück aus der Feder von Elfriede Jelinek war eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Hamburger Thalia Theater. Das ist außerdem noch mit Stephan Kimmigs Inszenierung von Dennis Kellys „Liebe und Geld“ vertreten, wie die Berliner Festspiele mitteilten.

Dank Andreas Kriegenburg geht Berlin zumindest nicht ganz leer aus: Die unter seiner Regie am Deutschen Theater uraufgeführten „Diebe“ von Dea Loher sind als einzige Inszenierung aus der Hauptstadt beim Theatertreffen dabei.

Außerdem kehren ein paar alte Bekannte an die Spree zurück: Luk Perceval, bis zum Sommer Hausregisseur an der Schaubühne, wurde mit der Fallada-Adaption „Kleiner Mann – was nun? (Münchner Kammerspiele) eingeladen, Christoph Marthaler mit dem Wiener Festwochen-Projekt „Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie“. Ferner kommen aus Graz Handkes „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ (Regie: Victor Bodó), vom Wiener Burgtheater das Konzeptkunst-Musical „Life and Times“ (Regie: Kelly Cooper & Pavol Liska) und Roland Schimmelpfennigs „Der goldene Drache“, bei dem der Autor auch Regie geführt hat.