Es ist die Woche der Biopics: Es starten gleich drei biographische Filme am selben Tag. Einer über den Rocksänger Bruce Springsteen, einer über den KZ-Arzt Josef Mengele und einer über Franz Kafka. Dann gibt es noch ein Wiedersehen mit einem weiteren Bekannten, Mary Shelleys „Frankenstein“ und gleich zwei außergewöhnliche, starke Regiedebüts. Der Zuschauer hat die Qual der Wahl.
- „Das Verschwinden des Josef Mengele“
Über Jahrzehnte konnte sich einer der grausamsten Mörder des NS-Regimes in Lateinamerika verstecken. Immer wieder musste er das Land und die Identität wechseln. Und kam dabei nie von seinem Herrenmenschengedankengut ab, auch nicht, als er am Ende nur noch in einer schäbigen Hütte hauste. Kirill Serebrennikow zeigt das in einer kalten, schwarzweißen Ästhetisierung, die niemals mit dem Unmenschen sympathisiert. Gespielt wird Josef Mengele unheimlich gut von August Diehl. Ein Film über Ewiggestrige und ihre Hassideologie, der leider wieder sehr aktuell ist.
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- „Springsteen – Deliver Me From Nowhere“
Er ist einer der Weltstars des Rock. Und doch ist dieses Biopic keine Siegesgeschichte von Bruce Springsteen, wie er das Rampenlicht erobert. Sondern zeigt ihn in einer entscheidenden Phase seines Lebens, in der er in einer tiefen Depression steckt, und dabei die persönlichsten Songs aufnimmt, die dann zu einem legendären Album werden. Eine ungewöhnliche Filmbiographie, stark gespielt von Jeremy Allen White.
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Der Schauspieler verkörpert Bruce Springsteen nicht nur, er singt auch seine Songs. Wie das ist, in die Haut des Rockstars zu schlüpfen, und welche Ängste man da vor den Fans hat, darüber haben wir mit dem Serienstar („The Bear“) anlässlich der Deutschlandpremiere des Films in Berlin gesprochen:
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- „Franz K.“
Das Kafka-Jahr war 2024, anlässlich seines 100. Todestages. Nun kommt, wie ein Epilog, noch die Filmbiografie von Agniezska Holland. Ein Biopic, das keines sein will, das wild zwischen seinem Leben und seinem Werk mäandert und auch das Nachleben und die bizarre Vermarktung in Tschechien thematisiert. Eine wilde Fantasie, eine krass verspieltes Kafka-Kaleidoskop. Mit dem noch unbekannten Idan Weiss in der Titelrolle, der sich damit gleich ganz nach vorn ins Bewusstsein spielt.
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Mit der polnischen Meisterregisseurin, die vor 44 Jahren schon Kafkas „Prozess“ verfilmt hat, haben wir über diesen ungewöhnlichen Film gesprochen. Von dem sie sanft behauptet: „Mein Kafka-Film ist der beste“.
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- „Frankenstein“
Kein geringerer als Guillermo del Toro hat sich des alten Horrorstoffs angenommen. Und deutet ihn radikal anders. Wer ist hier das Monster? Die Kreatur, aus Leichenteilen zusammengeflickt, oder der Mann, der es zum Leben erwacht? Die Geschichte wird hier gleich zwei Mal erzählt, aus unterschiedlichen Perspektiven, und stapft dabei mit Bildzitaten munter durch die Kunstgeschichte. Ein ambivalenter Film. Mit dem attraktivsten Frankenstein der Filmgeschichte.
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- „Danke für nichts“
Eine Mädchen-WG, die es in sich hat. Vier junge Frauen leben in einer betreuten Wohngruppe – und haben sich dort ihr eigenes System eingerichtet. Ohne Regeln und ohne Hierarchie. Doch bald gerät dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken. „Danke für nichts“ ist ein Film voller Ecken und Kanten, die dieses Regiedebüt von Stella Marie Markert gerade so außergewöhnlich machen. Stark inszeniert, stark gespielt: Danke für alles!
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- „Kingdom - Die Zeit, die fehlt“
Erwachsenwerden, zu sich selbst zu finden, das ist immer schwer. Wie aber, wenn der Vater ein Mafiaboss ist, der von aller Welt gesucht wird, der immer wieder fliehen muss, die Familie dabei immer mitzieht - und in den Tag lebt, weil er nicht weiß, ob er den morgigen noch erleben wird? Davon handelt dieser Filmerstling von Julien Colonna, der damit auch eigene Erfahrungen aufarbeitet.
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Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- Nicht mal Julia Roberts kann man noch trauen: „After the Hunt“
- Keanu Reeves als Engel, der alles vermasselt: „Good Fortune“
- Kunstraub will geübt sein: „The Mastermind“ mit Josh O‘Connor
- Colin Farrell in der Spielerhölle: „Ballad of a Small Player“
- Ein Mammutprojekt lässt Fragen offen: „Ai Weiweis Turandot“
- Lesen, leben, lieben: „Jane Austen. und das Chaos in meinem Leben“
- Perfekt für die Halloween-Party: der Animationsfilm „Alles voller Monster“











