Es soll ja Menschen geben, die nichts mit Kino-Spektakeln à la Marvel oder „Star Wars“ anfangen können. Oder denen die x-te Ausschlachtung dieser Universen auf den Keks gehen. Für die gibt es jetzt ein schräges Gegenmittel: „Borderlands“. Dass es dabei nicht zimperlich zugeht, dafür garantiert Eli Roth.
Cate Blanchett nennt die Story selbst „hirnpürierten Dünnpfiff“
Den kennen die meisten wohl als Schauspieler, als den hemmungslosesten Wüterich unter den Nazikillern in „Inglourious Basterds“. Er hat sich aber auch einen Namen gemacht als Regisseur blutrünstiger Horrorfilme wie „Hostel“ oder „Thanksgiving – Es ist angerichtet“.
Nun hat er sich mit Lust an eine grimmige Science-Fiction-Satire gemacht. Die basiert mal nicht auf einem Comic, sondern auf einem der meistverkauften Videospiele. Und dafür kann Roth auch einen veritablen Superstar aufbieten: Cate Blanchett. Die spielte auch schon in einem Marvel-Film, die böse Schwester von Thor. Hier gibt sie eine berüchtigte Kopfgeldjägerin namens Lilith.
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Und die erzählt gleich anfangs eine dieser etwas komplizierten Ausgangsszenarien, von ihrem Heimatplaneten, der Pandora heißt wie bei „Avatar“, und von einer der Töchter des mächtigsten Mannes der Galaxis, Atlas (Edgar Ramirez), die hierher entführt wurde und nun gerettet werden soll, weil nur sie laut Prophezeiung das Leid im All beenden könne. Aber dann stoppt Blanchetts Lilith mitten in ihrem Eingangsmonolog, nennt das alles „hirnpürierten Dünnpfiff“ und knallt erst mal drauf los. Denn dafür werden Videospiele gemacht. Und auch Kinoepen dieser Art.
Ein plappernder Roboter, wie eine Kreuzung von R2-D2 und C-3PO
Des Atlas Töchterlein Tiny Tina (Ariana Greenblatt), will, wie sich herausstellt, gar nicht gerettet werden. Sie wirft vielmehr mit Plüschhasenbomben um sich. Und ihr vermeintlicher Entführer Roland (Kevin Hart) erweist sich als Beschützer, wie auch ein maskierter Fleischklops mit deutschem Namen Krieg (unter der Maske nicht zu erkennen: der Würzburger Florian Munteanu). Atlas will nämlich seine Tochter nur dafür benutzen, um ein mächtiges Portal der Galaxie zu öffnen. Weshalb Lilith die Fronten wechselt.
Im Kampf gegen Atlas’ zahlenmäßig weit überlegenen Schergen-Scharen helfen noch Liliths Tante Tannis (Altstar Jamie Lee Curtis, nach „Evevrything Everywhere All at Once“ erneut im Trash-Sci-Fi-Modus) und ein ständig plappernder nervöser Roboter, der nicht zufällig wie eine krude Kreuzung von R2-D2 und C-3PO aus „Star Wars“-wirkt. Ein dreckiges Halbdutzend gegen den Rest der Galaxie.
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Hirnpürierter Dünnpfiff: Trefflicher kann man es eigentlich nicht auf den Punkt bringen. Ein dünnes, aber bombastisch aufgeblasenes Storygerüst, das einzig für hektische Action, reichlich Ballerei und trockene Sprüche noch in den brenzligsten Szenen sorgt. Wobei nicht nur die anfangs erwähnten Blockbuster durch den Kakao gezogen werden, sondern auch noch gleich „Dune - Der Wüstenplanet“ und die jüngeren „Mad Max“-Filme, die alle in einem ähnlich sandigen Weltraumschrott spielen.
Der wahre Spezialeffekt ist hier Cate Blanchett
Eine Parodie auf alles und jeden. Aber so amüsant das anfangs auch ist: „Borderlands“ funktioniert letztlich auch nicht anders als seine Vorlagen. Die Satire ist nur noch etwas abgedrehter, „Mad Max“ auf Acid sozusagen. Auf Dauer aber wirkt das doch ermüdend. In den USA ist der Film deshalb gefloppt. Trotz der immer großartigen Cate Blanchett, die hier der wahre Spezialeffekt ist.
Science-Fiction-Parodie, USA 2024, 100 min., von Eli Roth, mit Cate Blanchett, Kevin Hart, Edgar Ramírez, Ariana Greenblatt, Jamie Lee Curtis



