Hauptrolle Berlin

Warum die Brauners sauer über den „Adlon“-Dreiteiler waren

Alice Brauner zeigte im Zoo Palast noch einmal den Klassiker „Hotel Adlon“ ihres Vaters. Und verschenkte Karten für die Brauner-Gala.

Filmproduzentin Alice Brauner mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Filmproduzentin Alice Brauner mit Morgenpost-Redakteur Peter Zander im Zoo Palast

Foto: Jörg Krauthöfer

Artur Brauner wäre gern selber gekommen, um am Dienstagabend in der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die der Zoo Palast gemeinsam mit der Berliner Morgenpost veranstaltet, seinen Klassiker „Hotel Adlon“ aus dem Jahr 1955 zu zeigen. Aber der Filmproduzent ist am 1. August 100 Jahre alt geworden, die Hitzewelle hat ihm sehr zu schaffen gemacht, und er muss Kräfte tanken, weil ihn der Zoo Palast am kommenden Sonnabend noch mal mit einer großen Gala ehrt.

Deshalb kommt am Dienstag stellvertretend seine Tochter Alice Brauner, die das Werk ihres Vaters fortführt, um über die Entstehung des Films zu sprechen. Und sie überrascht das Publikum, in dem sie sechs mal zwei Freikarten für die Gala am Sonnabend verlost.

Ihr Vater gewinne immer noch beim Rommée-Spiel, und er schnauze sie noch immer an, schmunzelt Alice Brauner: „Also geht es ihm gut.“ Sein Film „Hotel Adlon“, entstanden zehn Jahre nachdem das Hotel kurz nach Kriegsende ausgebrannt war, basierte auf den Memoiren Hedda Adlon. Und es muss unheimlich mühsam gewesen sein, die Hoteliers-witwe zu überreden, die Filmrechte abzutreten. „Aber mein Vater konnte sehr charmant und überzeugend sein, ihm kann man nichts abschlagen“, meint Alice Brauner. Ihr wäre das nicht gelungen.

Das Brandenburger Tor wurde komplett nachgebaut

Der Film erzählt nicht nur die Geschichte des Hotels, sondern auch die Geschichte der Stadt, ja des ganzen Landes, die schicksalhaft damit verbunden ist. Wenn ihr Vater von dem Film erzähle, dann spreche er aber vor allem vom Brandenburger Tor. Das hätte man zwar trotz der geteilten Stadt noch abfilmen können, das war aber schon wegen des Verkehrs schwierig. Deshalb ließ Brauner das Tor mitsamt dem Hotelportal nachbauen. Am Olympiastadion. Da haben die Autofahrer nicht schlecht gestaunt, als sie durch den Westend fuhren und plötzlich den Pariser Platz sahen.

Sauer sind die Brauners indes – das will Alice Brauner erst nicht recht zugeben, dann gibt sie es aber doch preis an diesem Abend – über den TV-Dreiteiler „Die Adlons“ von 2013. Weil die Rechte an dem Stoff eigentlich immer noch bei ihnen lagen und Oliver Berben einfach an ihnen vorbeiproduziert hatte. Als nächstes läuft in der Reihe am 2. Oktober das Mauerfall-Drama „Das Versprechen“ von Margarethe von Trotta.