Film

Romy oder Richter: Wer vertritt Deutschland beim Oscar?

Am Montag wurden die elf deutschen Einreichungen für den Auslands-Oscar bekannt. Nun muss eine Fachjury bis Donnerstag entscheiden.

Hat beim Deutschen Filmpreis sechs Lolas ergattert: „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer (r.) als Romy Schneier

Hat beim Deutschen Filmpreis sechs Lolas ergattert: „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer (r.) als Romy Schneier

Foto: - / dpa

Romy oder Richter? Das könnte die Gretchenfrage sein bei der Frage, welcher Film als deutscher Kandidat ins Rennen um den Auslands-Oscar gehen wird. Elf Bewerber wollen die begehrte Trophäe für den Preis um den besten – wie es formalrichtig heißt – „nicht-englischsprachigen Film“ nach Deutschland holen, wie German Films, die Auslandsvertretung des Deutschen Films, am Montag in München mitteilte.

Dazu gehört „3 Tage in Quiberon“, Emily Atefs fesselndes Drama um Romy Schneider mit einer atemberaubenden Marie Bäumer. Ein Werk, das beim Deutschen Filmpreis gleich sechs Lolas abräumte. Dazu gehört aber auch der neue Film von Florian Henckel von Donnersmarck, „Werk ohne Autor“, der nächste Woche beim Filmfestival in Venedig uraufgeführt wird.

Henckel von Donnersmarck hat als Letzter den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt, 2007 mit „Das Leben der Anderen“. Sein in Hollywood produzierter Film „The Tourist“ war danach ein Flop. Sein dritter Film, angelehnt an die Vita des Künstlers Gerhard Richter, ist nun wieder ein Schlüsselfilm über deutsche Geschichte.

Eingereicht wurden außerdem „Ballon“, Michael Bully Herbigs erster Thriller um eine spektakuläre Flucht aus der DDR, Robert Schwentkes rabenschwarze Kriegssatire „Der Hauptmann“ nach einem tatsächlichen Kriegsverbrechen, Thomas Stubers auf der Berlinale frenetisch gefeierte Liebesgeschichten in einem Großmarkt, „In den Gängen“, „Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim A. Lang, das Behindertendrama „Simpel“ von Markus Goller, Lars Kraumes Historiendrama „Das schweigende Klassenzimmer“ über das mutige Aufbegehren von Schülern in der frühen DDR, „Teheran Tabu“ von Ali Soozandeh, Christian Petzolds Flüchtlingsdrama „Transit“ und die Holocaust-Geschichte „Die Unsichtbaren - Wir wollen leben“ von untergetauchten Juden von Claus Räfle.

Eine unabhängige Fachjury soll einen der Filme auswählen, die Entscheidung will German Films bereits am 30. August bekanntgeben. Erst am 22. Januar 2019 wird dann bekanntgegeben, ob Deutschland überhaupt ins Rennen um den Auslands-Oscar kommen wird. Dann wird die Film Academy in Hollywood die fünf nominierten Filme in dieser Kategorie bekannt geben. Im vergangenen Jahr hat die deutsche Oscar-Hoffnung, Fatih Akins, „Aus dem Nichts“ diese Stufe überraschend nicht geschafft. Die Oscar-Verleihung findet am 24. Februar 2019 in Hollywood statt.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.