Horrorfilm

Pst, einfach mal still sein im Kino: "A Quiet Place"

Ein Film, bei dem man keinen Mucks machen darf: „A Quiet Place“ von und mit John Krasinski ist ganz großes Gruselkino.

Leben ständig unter Hochspannung: Emily Blunt als Evelyn Abbott und John Krasinski als Lee  Abbott

Leben ständig unter Hochspannung: Emily Blunt als Evelyn Abbott und John Krasinski als Lee Abbott

Foto: Jonny Cournoyer / dpa

Endzeitstimmung in einer Geisterstadt. Mittendrin plötzlich eine Familie. Vater, Mutter, drei Kinder. Sie versorgen sich in einem Supermarkt mit dem Nötigsten. Sie versuchen sich, so lautlos wie möglich zu bewegen. Sie sprechen nicht. Sie kommunizieren mit Blicken. Mit Fingerzeigen. Der kleinere Sohn entdeckt ein Spielzeug-Spaceshuttle. Um ein Haar fällt es vom Regal, gerade noch können sie es auffangen. Leise, ganz leise.

In seinem meisterhaft inszenierten Fantasyfilm "A Quiet Place" entführt Regisseur John Krasinsky in eine Welt, in der ein einziges Geräusch den sicheren Tod bedeutet. In der sich die wenigen Überlebenden in ständiger Gefahr befinden. Denn außerirdische Kreaturen haben sich der Erde bemächtigt. Sie können nicht sehen, verfügen aber über ein hochsensibles Gehör. Und einen grausamen Tötungsinstinkt. Sie sind blitzschnell. In der ersten Filmhälfte tauchen sie kaum wahrnehmbar in Erscheinung. Doch die Bedrohung ist allgegenwärtig. Die Überlebensstrategie lautet: Sei still.

Krasinsky ist als Familienvater auch sein eigener Hauptdarsteller, an seiner Seite Emily Blunt als hochschwangere (!) Ehefrau. Mit ihren Kindern erleben wir sie bei eingangs erwähnter Lebensmittelbeschaffung. Als sie auf einem Pfad zu ihrer Farm zurückschleichen, schlägt das Grauen zu. Der kleinere Sohn nämlich hat das Spaceshuttle mitgehen lassen. Plötzlich blökt das Ding eine quäkend laute Melodie. Und das sind nur die ersten zehn Minuten.

"A Quiet Place" zeichnet sich aus durch nervenzehrende Spannung, ist ein klug durchdachtes Kammerspiel, das Familiendrama und Science-Fiction-Horror auf beängstigende Weise kongenial verbindet. Mucksmäuschenstill wird es da auch im Kino, selbst wenn der Soundtrack mit Musik von Marc Beltrami vor allem in der zweiten, actionlastigeren Hälfte nicht mit lautstarken Effekten geizt. Ganz großes Gruselkino.

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