Die beiden Geschäftsführer und Gesellschafter der Neuen Babylon Berlin GmbH, die das Kino Babylon in Mitte betreibt, reden offenbar wenig miteinander. Als der eine, Tobias Hackel, am 11. November 2015 beim Amtsgericht Charlottenburg einen Insolvenzantrag stellte, wusste der andere, Timothy Grossman, davon nach eigenen Angaben nichts.

Grossman, mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter, schaltete eine Kanzlei zur Prüfung ein und erklärte am Mittwoch in einer Pressemitteilung, dass der „eingereichte Insolvenzantrag unzulässig ist“. Die Kanzlei habe am Mittwoch in einer Stellungnahme an das Amtsgericht Charlottenburg dargelegt, dass „das Unternehmen über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um sämtliche Verbindlichkeiten zu erfüllen“.

Ob damit das Insolvenzverfahren zu den Akten gelegt wird, konnte Annette Gabriel, Pressesprecherin für den Bereich Zivilrecht, am Mittwoch auf Anfrage der Berliner Morgenpost nicht sagen. Grundsätzlich sei eine Rücknahme eines Insolvenzantrags sei unter bestimmten Voraussetzungen möglich, sagte sie.

Gesellschafter kündigt Darlehen an

Die Situation beim Babylon verkompliziert sich möglicherweise dadurch, dass offenbar nicht der Antragsteller den Antrag zurückziehen will, sondern der Mitgesellschafter. Auch das sei grundsätzlich möglich, müsse allerdings im Einzelfall geprüft werden, sagte die Pressesprecherin ohne konkret zum Babylon Stellung zu nehmen

Babylon-Gesellschafter Timothy Grossman betonte in der Presseerklärung, „dass Tobias Hackel den Insolvenzantrag gestellt hat, ohne vorher seinen Mehrheitsgesellschafter und Mitgeschäftsführer zu informieren oder auch nur Zweifel an der Finanzlage des Unternehmens zu äußern. Es gab keine äußeren Anzeichen für eine Krise.“ Mitarbeiter, Krankenkassen und Finanzamt seien pünktlich bezahlt worden.

Man sei auf öffentliche Förderung angewiesen und „natürlich ist es so, dass ein Unternehmen wie das Babylon finanziell stets sehr knapp gerechnet ist“. Daher könne es auch „gelegentlich zu Zahlungsstockungen kommen“, hieß es in der Erklärung. „Um jeden Zweifel an der finanziellen Lage des Babylon zu beseitigen“, hat Mehrheitsgesellschafter Grossman demnach ein Darlehen zugesagt. Die Details sollen am Freitag in einer Gesellschafterversammlung beschlossen werden.