Die Debatte, die beendet schien, bekommt eine neue Wende. Im Interview mit der Berliner Morgenpost hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Wochenende für den Umzug der Alten Meister auf die Museumsinsel plädiert. Diese Rochade war ursprünglich im Masterplan auch vorgesehen.

Demnach sollte ein Neubau in Verbindung zum Bode-Museum entstehen. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, begrüßte das „Machtwort“ Grütters. Dass dieser Umzug für die Stiftung die „ideale Lösung“ sei, hatte er stets betont.

Doch der Plan war im vergangenen Jahr nach langem Streit und scharfen Diskussionen aus Kostengründen ad acta gelegt worden. Parzinger hatte für seine Umzugspläne auf die Museumsinsel heftige Kritik einstecken müssen. Weil es so aussah, als ob Botticelli & Co. für Jahre ins Depot wandern würden, bis der Neubau am Kupfergraben fertiggestellt wäre.

Nationalgalerie schließt für Sanierung

Eine Variantenuntersuchung war zum Schluss gekommen, dass ein Neubau am Bode-Museum 270 Millionen Euro gekostet hätte, das Haus am Kulturforum wurde mit nur 130 Millionen Euro veranschlagt. Bei der kleinen Variante zählte am Schluss die Finanzierbarkeit und „realisierbare Vorschläge“, wie Parzinger letzte Woche noch einmal betonte.

Die Zeit drängt, die Sammlung Pietzsch braucht ein Domizil. Zumal die Neue Nationalgalerie zwecks Sanierung Ende des Jahres schließt. Bis zur Sommerpause hofft Parzinger auf eine „klare Perspektive“. „Eine endgültige Entscheidung“, sagte er am Montag, „kann jedoch erst getroffen werden, wenn auch die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung stehen“. Jetzt ist Monika Grütters gefragt.