ARD-"Star Quiz"

Kristina Schröder scheitert an der Politik-Frage

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Torsten Thissen

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder nahm erstmals an einem Star-Quiz teil. Mit Herbert Feuerstein scheiterte sie bei Kai Pflaume ausgerechnet an einer Politik-Frage.

Die Mutter aller neueren Quiz-Shows im Fernsehen ist „Wer wird Millionär“. Zwischen den Staffeln spielt Günther Jauch sein Spiel immer mit Prominenten, was meistens überraschend lustig war und immer für gute Quoten gesorgt hat.

Da dachte sich die ARD wohl, kopieren wir das doch. Deshalb gibt es das „Star Quiz“. Moderiert wird diese Sendung von Kai Pflaume, und er macht das – wie alles, was er macht – freundlich und sehr oft lächelnd. Es ist ein humorloses Lächeln ohne Wärme, das eine tadellos geputzte Reihe weißer Zähne zeigt.

Kai Pflaume bei seiner Arbeit zuzusehen, ist stets eine beängstigende Angelegenheit. Am Donnerstagabend war zudem noch Kristina Schröder bei ihm. Man fragt sich natürlich wie verzweifelt die Bundesfamilienministerin sein muss, wenn sie schon auf diese Art versucht, aus dem Schatten Ursula von der Leyens zu treten. Ursula von der Leyen war 2008 bei „Wetten dass..?“, sie saß neben Hugh Jackman, Nicole Kidman und Til Schweiger.

Der peinliche Auftritt der Alexa Maria Surholt

Kristina Schröder saß neben Herbert Feuerstein, der ihr Quiz-Partner war, und den sie sich so sehr gewünscht hatte, weil sie ihn als Mädchen an der Seite Harald Schmidts so bewundert hatte. Ihr Gegenüber saßen Hartmut Engler, der Lead-Sänger von Pur und eine blonde Frau, für die man sich am Fernseher fremdschämte, als sie „Leise rieselt der Schnee“ versuchte, jazzig zu singen. Ihr Name war Alexa Maria Surholt, manchen wohl bekannt durch ihrer Rolle als Sarah Marquardt in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“.

Kai Pflaume ließ Kristina Schröder ganz zu Anfang ran. „Doktor Christina Schröder“ habe schließlich ein kleines Kind, und auch sonst ziemlich viel zu tun als Ministerin, wohl mehr als die anderen, die brav auf ihren Auftritt warteten: Matthias Sammer und Nicole (Ex-Fußballer und Schlagersängerin), Andrea Sawatzki und Christian Berkel (beide Schauspieler).

Man machte es sich gemütlich auf den Stühlen, musste zwei Sprichwörter ergänzen, das Ganze plätscherte so dahin, bis Frau Schröder sich zum ersten Mal freute. Die Frage war: Welchen Abschluss Frau Hoppenstedt im Loriot-Sketch anstrebt.

Die Familienministerin wusste das. Noch mehr freute sie sich über die Frage danach. Wo lassen Eltern die Untersuchungsergebnisse ihrer Kinder eintragen? Ins Gelbe Heft natürlich, nicht ins Goldene Buch. Schröder lacht, Schröder doziert ein bisschen. Pflaume lächelt.

Bei der nächsten Frage („Wie nennt man den letzten Mann beim Tauziehen?“ Steuermann, Schlagmann, Ankermann oder Muskelmann) bläst Schröder die Backen. „Puhh“, noch mal Glück gehabt, das Team hatte sich gemeinschaftlich zu Ankermann durchgerungen.

Relative Sicherheit bei der nächsten Frage, was denn die Raupe Nimmersatt nicht frisst, Apfel, Pflaume, Birne oder Kürbis. „Eine ordentliche Raupe ist doch keinen Kürbis“, sagt Schröder, die das Buch gerade erst geschenkt bekommen hatte, aber bisher wohl nur dazu gekommen war, die Bilder anzusehen.

Team Feuerstein/Schröder fällt auf 10.000 Euro Gewinn zurück

Das Meer der Ruhe, wusste zum Glück Feuerstein auf dem Mond zu verorten und dann kam die Frage, die den Auftritt der Ministerin schließlich beendete. „Worauf haben die US-Senatoren seit den 60er-Jahren traditionell Zugriff? Fernsehen, Süßigkeiten, Kissen oder Limonade.

Das Team Feuerstein/Schröder lag zweimal falsch (Limonade, Kissen), verlor (Es waren die Süßigkeiten) und fiel auf 10.000 Euro Gewinnsumme zurück. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagte Schröder noch. Dann verließ sie das Studio.

Warum es bei Jauch funktioniert: Die prominenten Kandidaten haben den Ehrgeiz, möglichst hohe Summen zu gewinnen und verspielen nicht leichtfertig Geld. Jauch schaltet vom Moderator einer Quizshow immer wieder um auf Talkshow-Gastgeber.

Wahrscheinlich kann das niemand wie er, Kai Pflaume ganz bestimmt nicht, doch ist die Eins-zu-Eins-Situation bei RTL natürlich deutlich besser geeignet, sich zu präsentieren und präsentiert zu werden.

Ob das für Kristina Schröder besser gewesen wäre? A.) Nein, B) Auf gar keinen Fall C.) Gott bewahre uns davor D.) Bloß nicht!