"Wetten, dass..?"

Bellut redet mit "weniger als zehn Moderatoren"

Bei der Suche nach einem Gottschalk-Nachfolger wird laut ZDF-Programmchef Bellut keine Entscheidung mehr in diesem Jahr getroffen.

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Drei Wochen vor der letzten Sendung von "Wetten, dass..?" mit Thomas Gottschalk setzt sich das Rätselraten um die Nachfolge des Entertainers unvermindert fort. Am Wochenende wurde nun bekannt, dass sich das ZDF für eine Entscheidung deutlich mehr Zeit nehmen will als ursprünglich angedacht.

ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut kündigte in der "Bild am Sonntag" an, "es wird keine öffentliche Bekanntgabe einer Nachfolgeentscheidung in diesem Jahr mehr geben." Der neue Termin soll dem Bericht zufolge im Januar liegen, wahrscheinlich eher in der zweiten Monatshälfte. Bislang hatten die Verantwortlichen betont, dass die Top-Personalie nach der letzten Show-Ausgabe des 61-Jährigen am 3. Dezember verkündet werden soll.

"So wild wird nicht gesprochen"

Einen Mangel an Kandidaten für die Nachfolge für die Moderation von Europas größter Unterhaltungsshow scheint es nicht zu geben. Rund 300 schriftliche Bewerbungen sollen mittlerweile im Chefbüro des Senders eingegangen sein. Nach der öffentlichen Absage Hape Kerkelings sagte Bellut der Zeitung, die Zahl der ernsthaften Kandidaten sei auf jeden Fall nicht so groß, wie es die öffentlichen Vermutungen nahelegten. "Sie liegt klar im einstelligen Bereich", betonte der 56-Jährige.

Bellut, der dem Bericht zufolge zehn Tage vor den Zuschauern persönlich von Kerkeling über dessen Nein informiert wurde, sagte weiter: "Es wird jetzt wieder viel gemutmaßt, wer mit wem gesprochen hat. Ich kann Ihnen versichern: So wild wird nicht gesprochen. Wir sprechen mit denen, die in Frage kommen mit aller gebotenen Vorsicht und Rücksichtnahme."

Der designierte ZDF-Indentant Bellut hatte zuvor bereits in einem Zeitungsinterview durchblicken lassen, dass die Sendung künftig von einem Moderatorenpaar präsentiert werden könnte. Unklar ist, ob zu diesem Gespann Gottschalks Assistentin Michelle Hunziker zählen wird.

Joko und Klaas als Kandidaten gehandelt

Der Erfinder und erste Moderator von "Wetten, dass..?", Frank Elstner, hatte kürzlich bei den Spekulationen um die Nachfolge den Blick auf "ganz viele gute junge Leute" gelenkt. Der 69-Jährige wollte noch keine Namen nennen: "Ich werde meinen ersten Kommentar nach der letzten Sendung von Thomas abgeben".

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erwägt das ZDF angeblich, den drei Jahrzehnte alten Showdampfer zwei Nachwuchskräften anzuvertrauen: dem 32-jährigen Joachim Winterscheid und dem 28-jährigen Klaas Heuer-Umlauf, besser bekannt als Joko und Klaas. Das ehemalige MTV-Moderatoren-Duo präsentiert auf dem digitalen Ableger ZDFneo die Show "neoParadise".

Nachdem Jörg Pilawa zuletzt mehrfach betont hat, dass "Wetten, dass ..?" kein Thema für ihn sei, soll das ZDF laut "Spiegel" versucht haben, den Komiker Michael "Bully" Herbig als neuen Gastgeber zu gewinnen. Er soll der Senderspitze jedoch eine Abfuhr erteilt haben. Herbigs Sprecherin sagte in der neuen Ausgabe des Hamburger Magazins: "Überlegungen in dieser Hinsicht haben nie stattgefunden."

Der Variante, dass das ZDF aus Mangel an Alternativen und wegen genereller Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Konzepts die Sendung komplett einstellt, erteilte Bellut in der "Bild am Sonntag" jedenfalls eine deutliche Absage: "Wir haben reichlich neue Wett-Ideen vorliegen, die wir umsetzen wollen und werden."