In eigener Sache

Berliner Morgenpost erhält "Wächter-Preis"

Für ihre Berichterstattung über Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg ist ein Redaktionsteam der Berliner Morgenpost mit einer der renommiertesten Auszeichnungen für Journalisten, dem "Wächterpreis der Tagespresse", ausgezeichnet worden.

Journalisten aus Berlin, Köln und Frankfurt sind am Mittwoch mit dem „Wächterpreis der Tagespresse“ ausgezeichnet worden. Der Preis, eine der renommiertesten Auszeichnungen für Journalisten, wurde am Abend in Frankfurt übergeben. Er ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird nach Angaben der Verleger für Arbeiten verliehen, die „in besonderem Maße der verfassungspolitischen Funktion der Tagespresse entsprochen haben, als Wächter Missstände aufzudecken und zu behandeln“.

Der erste Preis (12 000 Euro) geht in diesem Jahr an ein Redaktionsteam der Berliner Morgenpost, das als erstes über die Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg, einer Jesuiteneinrichtung, berichtet hatte. Das Team (Jens Anker, Michael Behrendt, Joachim Fahrun, Anne Klesse und Daniel Müller) habe das Thema umfassend beleuchtet und eine Welle weiterer Berichte über vergleichbare Fälle ausgelöst, begründete die Stiftung ihre Entscheidung. Dem Team sei es gelungen, „das Tabu-Thema zum Thema zu machen“.

Als Zweitplatzierte erhalten Andreas Damm und Detlef Schmalenberg vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ 8000 Euro für Berichte über den Einsturz des dortigen Stadtarchivs. Platz drei (6000 Euro) belegt Matthias Thieme („Frankfurter Rundschau“). Er hatte Verflechtungen und Abhängigkeiten in Hessens Finanzverwaltung offengelegt, obwohl er dafür „regelmäßig Prügel von der Hessen-CDU bezog“. Der „Wächterpreis“ wird vergeben von der Stadt Frankfurt und der Stiftung „Freiheit der Presse“.

Den Wächterpreis für Volontäre (4000 Euro) erhält Christina Hucklenbroich von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Nachwuchsjournalistin widmete sich in ihrem gewürdigten Beitrag der schwierigen beruflichen Situation junger Tierärzte.

( dpa/tj )