Kunstausstellung

Rentiere locken Tausende in Hamburger Bahnhof

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Von Rentieren und Fliegenpilzen

In seiner Berliner Ausstellung "Soma" geht der belgische Künstler Carsten Höller dem Mythos des berauschenden Getränks "Soma" nach.

Video: Reuters
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Rentiere im Hamburger Bahnhof - das ist kein Weihnachtsprojekt. Vielmehr geht es um die sagenumwobenen Droge "Soma". Die Besucher strömen zu Tausenden in die Kunstausstellung und reißen sich um das Bett dort.

Die Kunstausstellung mit lebendigen Rentieren im Hamburger Bahnhof lockt doppelt so viele Besucher wie üblich in das Berliner Museum. „Allein die ersten drei Tage hatten wir rund 6000 Besucher“, berichteten die Veranstalter. In der seit einer Woche geöffneten Installation von Carsten Höller („Soma“) gibt es ein Bett, in dem Besucher für 1000 Euro allein oder zu zweit übernachten können. Außer Heiligabend sind alle Nächte ausgebucht, einige werden gratis verlost. Den Rentieren gehe es „sehr gut“, hieß es.

Für den 24. Dezember gebe es sehr viele Anfragen. Am Montag soll die Entscheidung fallen, in welcher Form diese Nacht vergeben wird.

Soma ist der Legende nach ein belebender Trunk, den das zentralasiatische Hirtenvolk der Arier zu sich genommen haben soll, damit ihm auf seinen langen Wanderungen nicht die Kraft ausging. Dieser Trank wurde immer wieder mit der Rauschwirkung von Fliegenpilzen in Verbindung gebracht. Höller geht der Frage nach, ob es sich bei dem Urin eines Rentieres, das Fliegenpilz gegessen hat, um Soma handelt. Das Experiment im Museum soll so funktionieren: Das Rentier frißt den Fliegenpilz, Pfleger fangen seinen Urin auf. Der wird, so die "Versuchsanordnung", kühl aufbewahrt und an die Vögel, Mäuse und Fliegen in der Ausstellung weitergegeben, und man schaut, was mit den kleinen Tieren passiert. Wie viel wirklich praktisch umgesetzt wird, lassen Höller und Museumsdirektor Udo Kittelmann offen. Übernachtungsgäste können im Museum machen, was sie wollen - also auch Rentierurin trinken.

( dpa/sh )