Der Abriss der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm darf nach Ansicht des Vereins „Rettet die Kudamm-Bühnen“ von der Baubehörde nicht genehmigt werden. Vielmehr sollte die Behörde den irischen Investor Ballymore davon überzeugen, „dass die Erhaltung der beiden historischen Theater in seinem wohlverstandenen Eigeninteresse an der Attraktivität seiner Immobilie liegt“, betonte der Verein mit Otfried Laur von der Theatergemeinde und Schauspieler Hans-Jürgen Schatz an der Spitze am Donnerstag.

Mit dem Investor, der das Kudamm-Karree mit den beiden Bühnen für 500 Millionen Euro völlig umbauen will, finden zurzeit Gespräche über die Baugenehmigung statt. Der Investor will beide Bühnen abreißen und dafür „ein neues Theater im alten Stil“, allerdings mit einem verringerten Platzangebot, gebaut werden. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuletzt vor einer „Hängepartie“ in dieser Frage gewarnt. Man müsse bald zu einer Grundsatzentscheidung kommen, da das Umfeld des Kudamm-Karrees in einem katastrophalen Zustand sei.

In einer jetzt veröffentlichten Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen-Kulturpolitikerin Alice Ströver hatte Kulturstaatssekretär André Schmitz betont, der Senat befürworte „grundsätzlich den Erhalt beider Kudamm-Bühnen“. Er habe gegenüber den wechselnden Eigentümern des Kudamm-Karrees stets deutlich gemacht, „dass dieser wichtige Theaterstandort im Herzen des Westteils der Stadt erhalten bleiben sollte“.

Gleichzeitig wies Schmitz aber auch darauf hin, dass Theaterleiter Martin Woelffer sein grundsätzliches Einverständnis zum Neubau eines modernen Theaters gegeben habe. Das Land Berlin sei zudem an einer Aufwertung des Kudamm-Karrees interessiert. Der Verein „Rettet die Kudamm-Bühnen“ nennt die Haltung des Senats „widersprüchlich“.

dpa/mim