Vergangene Woche gab es einen schönen runden Geburtstag zu feiern: Der Flughafen Tegel ist 40 geworden. Wie, erst 40? Der sieht aber älter aus! Klassischer Fall von Verlebtheit, immer am Limit, keine Auszeiten, aber ständig mit ansehen müssen, wie andere in den Urlaub fliegen.
Und dann dieser Spott. Anlässlich des Geburtstags erzählte eine Berlin-Besucherin in einem Interview, dass sie bei der Ankunft geglaubt hatte, der Flieger müsse sich verflogen haben. Das könne unmöglich Berlin sein!
So sieht man halt aus, wenn man alles allein machen muss. Wird Zeit, dass der BER endlich in die Puschen kommt.
Zum Glück gibt es auf dieser Welt noch Diktatoren, die uns zeigen, wie man so etwas anpackt: mit guter alter Handarbeit. Kim Jong-un lässt sich beispielsweise gerade einen supermodernen Hauptstadtflughafen in Pjöngjang bauen, von Tausenden Arbeitern, die mit Hammer und Spachtel auf der Betonpiste knien. Dazu läuft patriotische Musik aus den Lautsprechern und gearbeitet wird ganz offiziell in „Korea-Geschwindigkeit“.
Die Wochen, in denen Kim Jong-un als verschollen galt, ist er übrigens durch die Welt geflogen, um andere Flughafenbaustellen auszuspionieren. In Schönefeld, so erzählt man, soll er einen solchen Lachkrampf bekommen haben, dass sein Leibarzt die sofortige Rückreise anordnen musste.
Helene Fischer auf allen Berliner Baustellen!
Schade eigentlich, Hartmut Mehdorn hätte so viel von dem Machthaber lernen können. Dieser hätte auch sicher gewusst, wie man einen unliebsamen Flughafenchef anständig los wird. So sehen wir also weiter alt aus und trotten in Berlin-Geschwindigkeit vor uns hin. Vielleicht sollten wir es auch mal mit patriotischer Musik versuchen.
Ich fordere Helene Fischer auf allen Baustellen. Dann würden die Arbeiter endlich mal Vollgas geben – um möglichst schnell wegzukommen. Vielleicht würde das auch bei den Dealern im Görli wirken. Obwohl die ja schon verängstigt genug sind, seitdem die Polizei mit Info-Flyern bewaffnet anrückt.
Von der Idee soll Nordkoreas Diktator übrigens begeistert gewesen sein, er will aufklärende Broschüren künftig bei Volksaufständen einsetzen. Zudem hat Kim Jong-un versprochen, uns, sobald der Flughafen Ende der Woche fertig ist, die lästigen Partytouristen abzunehmen. Pjöngjang ist nämlich genauso klamm wie Berlin. Klingt nach dem Beginn einer wunderbaren Städtepartnerschaft.




