Nun bin ich gerade aus Prenzlauer Berg weggezogen, da fängt mein halber Freundeskreis an, Kinder zu kriegen. Das ist alles nicht nur total schön und unfassbar aufregend, sondern vor allem ein Grund zum Feiern. Da sich eine Kneipentour für Schwangere jedoch nicht so richtig eignet, treffen sich die werdenden Mütter mit ihren Freundinnen zur Babyparty. Oder besser gesagt zur Babyshower, denn das Ganze kommt natürlich aus den USA.

Die nötige Ausstattung findet man mittlerweile allerdings in jedem angesagten Berliner Kinderladen. In dem kleinen Geschäft nahe dem Savignyplatz, in dem ich neulich ein Kuschellamm erwarb, überfällt einen das entsprechende Regal direkt beim Reinkommen: Girlanden mit „It’s-a-girl-“ oder „It’s-a-boy“-Schriftzug, pinke und hellblaue Tischdecken sowie Pappbecher, Teller und Servietten mit Schnuller- und Rasselmotiven. In einem Laden in Mitte gibt es auch Backmischungen für Muffins, wahlweise mit pinker oder hellblauer Glasur. Und Textilstifte zum gemeinschaftlichen Strampler-Bemalen. Neulich habe ich sogar zwei Frauen beobachtet, die eine kleinkindgroße Windeltorte in ein Auto bugsiert haben. (Ja, eine Windeltorte ist genau das, wonach es sich anhört.)

Sollten Sie demnächst an einem Sonnabendnachmittag also das Lachen einer aufgekratzten Frauenhorde durch ein angelehntes Altbaufenster in den Innenhof dringen hören, ist dort vermutlich eine Hochschwangere gerade dabei, unter Anfeuerungsrufen ihrer besten Freundinnen die Zutaten verschiedener Babybreie zu erschmecken, die richtige Badewassertemperatur für Säuglinge zu ertasten oder mit verbundenen Augen einen Teddybären zu wickeln.

So wie ich Berlin kenne, wird es nicht mehr lange dauern, bis das Thema von einem lustigen Start-up gekapert wird, das dann Babyshower in außergewöhnlichen Locations (Kinderwagenfabrik, Spielplatzbrache, stillgelegter Kreißsaal) veranstaltet, inklusive DJ, der nur Songs mit dem Wort „Baby“ im Titel spielt. Geworben wird dafür mit Flashmobs, bei denen plötzlich zwei Dutzend Schwangere auftauchen und mit Konfetti in Form von Nuckelflaschen um sich werfen.

Wichtig wäre dabei nur die rechtliche Absicherung: Für das Einsetzen vorzeitiger Wehen wird nicht gehaftet.