Es gibt Orte in Berlin, die man möglichst meiden sollte. Die Kreuzung Bundesallee/Hohenzollerndamm in Wilmersdorf zum Beispiel, viel zu gefährlich. Das Olympiastadion, es sei denn, Werder Bremen ist zu Gast. Und das Alexa, das nämlich gar kein Einkaufszentrum ist, sondern eine tätowierte Konsum-Hölle.
Da man ja aber meistens nicht tut, was man soll, findet man sich plötzlich neben Tatjana in einer Umkleidekabine wieder, die sich von ihrer Freundin Jeanette beim Kleiderkauf beraten lässt. Angesichts von Jeanettes eindeutig zu kurzem Oberteil (ich weiß, bauchfrei ist wieder angesagt, aber an Jeanette werden die Designer dabei eher weniger gedacht haben) möchte man die Beratung lieber Tatjanas pubertierendem Sohn überlassen.
Mit einem „Ich finde die Hose megahässlich, aber du kannst sie tragen“ erweist sich dieser allerdings nur bedingt als modische Instanz. Doch Jeanette überrascht: „Tatjana, das geht gar nicht. Bei ‚Shopping Queen’ hat der neulich gesagt, auf keinen Fall solche Hosen!“
Nun ist es ja nicht so, dass man sich wünschen würde, noch mehr Menschen würden ihren Nachmittag mit Daniela Katzenbergers Haussender „Vox“ verbringen. Doch wenn es bedeutet, dass nur eine Handvoll von Alexa-Kunden die von Designer Guido Maria Kretschmer in der Sendung erteilten Ratschläge beherzigen, kann man nur sagen: Fernsehen bildet. Und schont die Augen der Mitmenschen.
Ach, wäre es nicht toll, wenn man einen Guido Maria Kretschmer für alle Berliner Lebenslagen hätte? „Gucken Sie mal in ein Buch statt ins iPhone, das steht Ihnen viel besser“, „Pöbeln Sie die Radfahrer nicht immer an, das macht alt“, „Also dieses Lächeln heute Morgen in der U-Bahn, das sollten Sie öfter tragen!“





