Ich habe gerade wieder unter Schmerzen festgestellt: Wer viel unterwegs ist, sieht eine Reihe von absoluten Katastrophen, was die Reisegarderobe betrifft. Ich rede hier nicht von den Sachen, die man auf eine Reise mitnimmt, sondern von jenen, die man während des Unterwegsseins anhat. Da jetzt die große Sommerferienzeit wieder beginnt, nimmt das Elend erneut seinen Lauf.

Meist fängt das schon in der Schlange zur Security an. Da reist man nun für zwei Wochen nach Mallorca, Bodrum, Sylt oder macht eine schöne Kreuzfahrt, und der Fluggast vor einem hat sich mit allem behangen, was die Schmuckschatulle hergibt.

Kaum steht man am Sicherheitscheck, geht das fröhliche Ablegen der Preziosen los. Am Röntgengerät piept es natürlich trotzdem. Also wieder zurück. Ach, ja! Man habe das Fußkettchen vergessen loszumachen! Schwierige Gürtelkonstruktionen, Lagen-Look und die obligatorische Flasche Wasser, die im Rucksack vergessen wurde, verursachen weiteres Wut-Warten.

Auch der Schlabber-Jogginghosen-Look ist keine Augenweide. Immer wieder faszinierend, wie Fluggäste, meist auf dem Rückweg vom Urlaub, höchst leicht bekleidet in den Flieger steigen. Ein kleines Trägerhemdchen, die Beach-Shorts und Flip-Flops an den Füßen – und sich dann wundern, dass man sich erst mal eine Grippe einfängt. Der Klimawechsel! Ja, klar.

In Zügen kommt es dagegen zu einer anderen Art von modischer Reisebegleitung. Die Invasion der Multifunktionsweste, Cargopant und Klettverschluss-Sandale (gerne auch mit Socken). Für Frauen Dreiviertelhose und leichte Fleece-Jacke in ausgesucht fürchterlicher Farbe.

Natürlich muss man es nicht gleich auf die Spitze treiben, wie Victoria Beckham. Auf Langstreckenflügen zieht sie sich erst mal zum Schlafen um, hüllt den Körper in feinstes Leinen. Beim Ausstieg lässt sie schon alle Passagiere im Flieger warten, bis Madame sich geschminkt und umgezogen hat. Sie will perfekt und vor allen anderen das Flugzeug verlassen.

Eigentlich muss man es mit Karl Lagerfeld halten. Der bezeichnet öffentliche Reiseorte als unerträglich. Er sei kein Terrorist und auch nicht bereit, sich so behandeln zu lassen. Deshalb fliegt er nur vom Privatflughafen in Paris. Seine Kleidung: bequem, aber nicht schlampig. Voilà.