Diese Woche traf sich in New York die Elite der Hollywoodstars zur Mode-Gala im Metropolitan Museum of Art. Eingeladen wird man von Anna Wintour.

Die Gala ist immer einem Designer gewidmet. Dieses Mal war es Charles James, ein Amerikaner, der für seine aufwendigen und stoffverschlingenden Roben bekannt ist. Der perfekte Designer für Südstaatenschönheiten wie Scarlett O’Hara.

So kam es, dass eine Reihe von Frauen in Stoffmengen auf dem roten Teppich nahezu ertranken. Gar nicht gingen der Dress von Schauspielerin Lupita Nyongo (in einer Art grünen Amazonas-Fischernetz von Prada) und der ihrer Kollegin Sandra Lee. Lee trug vornherum ein weißes Satinkissen und hintenrum eine Art Tüll-Wasserfall.

Männer können bei diesen Terminen eigentlich nicht viel falsch machen. Aber dann kam Johnny Depp, der Mann, der mal cool war. Er hat sich gerade mit seiner deutlich jüngeren Partnerin verlobt, sehr romantisch. Stil hatte er immer schon. Eigentlich. Die Frage, die sich mir aber bei seinem zu weiten, zu langweiligen, einfach blöden Smoking mit Weste stellte, war: Warum zieht der Mann sich an wie sein Opa? Will er, dass seine Begleitung noch jünger aussieht?

Eine Bekannte von mir meinte: „Klarer Fall von Liebeskasper.“ Hier hat jemand aus Unsicherheit seine modische Identität aufgegeben. Eine Sache, die einfach nicht passieren darf. Das spricht auch nicht für die längere Haltbarkeit der Beziehung. Sie verunsichert ihn, er wird deshalb peinlich. Das Fazit: Dem Motto der Party oder der Beziehung entsprechen, aber bitte nicht den Blick für das Wesentliche verlieren.