Wirklich günstig, diese Kaffeemaschine. Der Rasierer auch. Und der E-Book-Reader erst. Wir erwerben billig ein Gerät – und dann lebenslänglich sündteure Kapseln, Klingen, E-Books. Wieder funktioniert das „Rockefeller-Prinzip“. Der einst reichste Mann der Welt hat einst Öllampen verschenkt. Rockefeller wollte nicht einmalig an Funzeln verdienen, sondern ewig mit dem Treibstoff.

Genauso funktioniert Facebook. Der Dienst ist umsonst für über zwei Milliarden Nutzer, macht aber 4,2 Milliarden Dollar Gewinn, allein im vierten Quartal 2017. Womit? Reklame. Aus unseren freiwillig gelieferten Daten über Essen, Urlaub, Überzeugung lässt sich immer präziser errechnen, welche Werbung uns kaufen lässt, wählen oder hassen. Algorithmen haben kein Gewissen, sie manipulieren alles und jeden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist 33 Jahre alt. Seit er die Software von Uni-Kumpels entliehen und über 70 Milliarden Dollar Vermögen angehäuft hat, sind 13 Jahre vergangen. Solange wird bei uns etwa am Projekt „Gesundheitskarte“ gebastelt. Ergeben unkritisch erzählt sich die ganze Welt seither die Story von Mark, dem Wunderkind, das US-Präsident werden könnte, weil er Obamas Berater anheuerte. Nun endlich wird klar, dass der Milchbart die Kontrolle über sein steuervermeidendes Globalmonster verloren hat.

Das Skandalöseste am Facebook-Skandal – es gibt gar keinen Skandal, weder Datenleck noch Datenklau. Facebooks Geschäftsmodell ist die Manipulation. Wie praktisch: Altmodische Terroristen bomben, moderne Staatsfeinde kaufen einfach Zuckerbergs Datensätze. Inzwischen läuft die Maschine so selbstständig, dass „Facebook offenbar Facebook selbst nicht mehr versteht“, wie Internet-Irokese Sascha Lobo sagt. Das Manipulationsmonopolmonster ist aufgestanden und läuft los.

Rockefellers Öl-Imperium wurde von Präsident Roosevelt zerschlagen. Aber wer ist heute irre genug, sich mit der Globalkrake Facebook anzulegen? Ausgerechnet Facebook-Präsident Donald Trump könnte ewigen Ruhm ernten.

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