Das Schöne an Berlin ist ja, dass es immer etwas zu diskutieren gibt. So wie diese Woche, als bekannt wurde, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg keine Straße nach Günter Pfitzmann benennen wird. Der Schauspieler hatte in den 80er-Jahren durch die Sendung „Praxis Bülowbogen“ den Schöneberger Kiez bekannt gemacht.
Doch die rot-grüne Mehrheit im Bezirk lehnte nun einen Antrag der CDU ab, eine Günter-Pfitzmann-Straße zu schaffen. Das Pech für den verstorbenen Pfitzmann: Er war keine Frau. Denn Straßen sollen nur noch nach Frauen benannt werden, weil es hier eben einen Rückstand gibt.
Nachvollziehen kann man das nicht. Es geht doch eigentlich um die Leistung, die ein Mensch in seinem Leben erbracht hat und mit der er per Straßennamen in Erinnerung bleiben soll.
Und da war da noch die Ampelfrau
Aber so ist das halt in Berlin. Bestimmte Dogmen sind wichtiger als pragmatischer Menschenverstand. Nur manchmal, da wird das Verquere geradegerückt. Zum Beispiel als vor einiger Zeit im Bezirk Mitte erwogen wurde, das Ampelmännchen durch eine Ampelfrau zu ersetzen. (Wichtig: Ampelfrau, nicht Ampelfrauchen).
Dabei ist das Ampelmännchen mit seinem Hut zwar irgendwie besonders, aber steht sicherlich nicht stellvertretend für die Generation Männer, die lieber Baseballkappen tragend durch die Gegend ziehen. Aber wenn man sich schon in dem Mann-Frau-Wettbewerb vergräbt, dann muss eben auch das Ampelmännchen für eine Diskussion herhalten. Damals stoppte die Senatsstadtentwicklungsverwaltung die Diskussion. Eine Ampelfrau sei in ihren Konturen wegen der modernen LED-Leuchten kaum erkennbar. Zudem würden hohe Kosten verursacht.
So weit Berlin. Da die Hauptstadt aber immer Vorreiter – auch in den ungewöhnlichsten Diskussionen ist –, durfte diese Meldung in dieser Woche nicht überraschen: In Dortmund will die rot-grüne Mehrheit im Rat die Ampelfrau in der Innenstadt einführen.
Mannomann.
P.S.: Damit hier kein falscher Verdacht aufkommt: Nächste Woche schreibt diese Kolumne wieder meine Kollegin Christine Richter.





