Kennen Sie dieses bezaubernde und noch dazu sehr amüsante botanische Drama vom Heiligen Abend bei Erna und Jorsch? Nein? Na, dann sollten Sie sich das mal im Buchhandel ansehen, es könnte Ihr Weihnachten völlig verändern. Wer sprachlich talentiert ist, kann auch die Version kaufen, die in etwa zwölf deutschen Dialekten geschrieben wurde.
Aber zurück zum nadelnden Baum, denn auch mir ist das schon seit meiner Kindheit bekannt, dass viele Weihnachtsbäume schon ab dem ersten Tag in der Stube nadeln. Das kann zum einen an der Sorte liegen – Fichten nadeln wesentlich schneller als Tannen –, aber auch daran, dass die Bäume viel zu früh geschlagen wurden.
Wasser in den Tannenbaumständer gießen
Es gibt ja durchaus Weihnachtsbaumstände, die verkaufen schon seit Anfang/Mitte November Weihnachtsbäume; und wenn die dann noch bei den jetzt herrschenden, warmen Temperaturen aufeinandergestapelt herumliegen, ist das kein Rezept für eine Weihnacht mit grünem Baum. Ob Sie es glauben oder nicht, auch der Tannenbaumständer macht etwas aus.
Es ist nämlich sehr wichtig, in den ersten Tagen reichlich Wasser in den Tannenbaumständer zu gießen, da ziehen die Bäume nämlich noch mal richtig Wasser und verpflegen die Nadeln. Wer das nicht macht, muss sich nicht wundern, wenn sich die Nadeln drehen und vertrocknen.
Übrigens ist das auch ein ganz guter Trick beim Baumkauf. Achten Sie darauf, ob die Nadeln gerade und glatt sind oder sich bereits drehen und leicht brechen. Dann ist die Tanne schon auf dem Weg in die ewigen Jagdgründe und hat im Wohnzimmer nichts mehr zu suchen. Wer mal etwas ganz Besonderes ausprobieren möchte und gerne länger etwas von seinem Baum hätte, der sollte es mal mit der sehr dekorativen Colorado-Tanne oder Grau-Tanne (Abies concolor) ausprobieren.
Bäume können bis Dreikönig frisch bleiben
Es ist, wie der Name schon beschreibt, eine Tanne mit recht langen, geschmeidigen grauen Nadeln, die ich sehr dekorativ finde. Wir haben diesen Baumtyp in diesem Jahr für die Innendekoration der geheizten Gewächshäuser benutzt, weil ich es satt hatte, jeden Morgen die Nadeln zu saugen, und das hat in der Tat unglaublich gut geklappt.
Bis jetzt haben diese Bäume, die nun bereits seit dem 14. November in der Wärme stehen, keine Nadeln verloren und zeigen auch keine anderen Zeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil, bei regelmäßigem Wässern im Tannenbaumständer können die Bäume gut bis zu den Heiligen Drei Königen die Temperatur in der Stube ertragen.
Darauf gekommen bin ich im letzten Jahr, da hatte eine gute Freundin nämlich ihren Weihnachtsbaum fast bis Ostern. Das ist zwar nicht erstrebenswert, aber da die Tanne bis dahin noch immer keine Nadel abgeworfen hatte, war dies ein gutes Zeichen für die Haltbarkeit. Toll ist auch, dass man die Colorado-Tanne ohne Weiteres an den Spitzen mit weißem Kunstschnee bestäuben kann.
Einfach mal eine Silbertanne ausprobieren
Das wirkt auf den grauen Nadeln sehr dekorativ und scheint die Tanne nicht zu stören. Zusammen mit der Korktanne (Abies lasiocarpa), die etwas kleiner und gedrungener wächst und nicht so lange Nadeln hat, sind es momentan die Exoten auf dem Tannenbaummarkt. Übrigens hatte ich noch vergessen, den ungemein schönen, nadeligen Zitronenduft, den beide Sorten verbreiten, zu nennen.
Wer dennoch lieber traditionelles Grün kauft, sollte auf Frische achten, damit auch zu Silvester noch Nadeln am Baum sind. Die Mutigen sollten ruhig mal eine Silbertanne, so nennt man die Coloradotanne auch, ausprobieren, es könnte eine Leidenschaft draus werden. Und trotzdem bitte nicht vergessen: „Erna, der Baum nadelt“ vorlesen. Für die Faulen auch gerne auf Youtube, gelesen von Harry Rowohlt, ein echter Klassiker.





