Seit einigen Jahren erstaunen uns große lila, rosa und weiße Kugeln in den Staudenbeeten: Es handelt sich um Zierlauch, dessen familiäre Verbindung zu seinen essbaren Verwandten unübersehbar ist. Alle Laucharten gehören zu den Zwiebelgewächsen und sind winterhart, mehrjährig und äußerst robust. Die Ursprungsform ist der aus dem Mittelmeerraum stammende Ackerlauch, der tatsächlich schon seit 2100 vor Christi bekannt ist. Heute geht es um die wesentlich jüngeren verwandten Arten.
Als Lückenfüller zwischen noch nicht blühenden Stauden und verblühenden Tulpen ist der Zierlauch von unschätzbarem Wert. Das Farbspektrum reicht von kleinen gelben (Allium molly) über weiße, magenta-, lila- und rosafarbene Sorten. Von Vorteil ist, dass Lauch praktisch keinen Platz im Beet beansprucht. Durch die lange Blütezeit ergeben sich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Geradezu unentbehrlich ist Allium, gemischt mit Katzenminze, Salbei, Frauenmantel und Rosen, in Staudenrabatten.
Unglaublich beeindruckend wirken die großen Allium-Sorten in Verbindung mit Gräsern. Wenn die Gräser noch etwas schwerfällig das neue Jahr begrüßen, betören diese Allium-Sorten schon mit ihrer Pracht. Wenn Allium sich dann zurückzieht und wunderschöne Fruchtstände hinterlässt, übernehmen die Gräser das Feld.
Besonders begehrt sind die bezaubernden Samenstände
Fast alle Allium-Arten brauchen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Die meisten mögen auch sonnige Standorte. Die richtige Pflanzzeit ist im Herbst, und die Zwiebeln sollten etwa dreimal so tief gepflanzt werden wie sie hoch sind. Um lange Freude zu bringen, braucht der Lauch, wie alle Zwiebeln, regelmäßige Düngung. Am besten eignet sich organischer Dünger, den man vorzugsweise nach der Blüte einsetzt, um der Zwiebel die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren.
Für viele ist das schnell gelb werdende Laub ein Problem, das bitte keinesfalls abgeschnitten werden soll, da es für die Fotosynthese und zur Regenerierung der Zwiebel lebensnotwendig ist. Ich empfehle deshalb, die Pflanzen – wie schon angedeutet – mit Stauden zu kombinieren, damit das gelbe Laub verdeckt wird.
Grundsätzlich ist es möglich, Allium in Kübeln zu pflanzen, dabei ist wichtig, auch hier auf gute Ernährung und Drainage zu achten und nicht zu flache Kübel zu wählen. Selbst als Schnittblume eignen sich die meisten Allium-Arten. Besonders begehrt sind die bezaubernden Samenstände. Wie bei allen Zwiebeln gibt es preiswerte und etwas teurere Sorten. Um ein schönes Gartenbild zu kreieren, ist es ratsam, die Zwiebeln nicht zu sparsam zu pflanzen. So könnten Sie beispielsweise von den preiswerteren größere Mengen setzen, um die Besonderen als Hingucker dazwischenzustreuen.
Allium „Purple Sensation“: Wie ein explodierendes Feuerwerk
Eine der wichtigsten Sorten ist für mich Allium „Purple Sensation“. Sie hat kräftig violette Blütenkugeln mit einem Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern und beginnt im Mai zu blühen, wenn im Beet sonst noch nicht viel los ist. Im Anschluss blüht dann Allium aflatuense in Kombination mit Allium schubertii. Diese extravagante Art sieht wie ein explodierendes Feuerwerk aus.
In diesen lila Farbenrausch könnten Sie etwas Weiß mischen, wie zum Beispiel Allium nigrum. Diese Sorte erfreut uns von Mai bis Ende Juni mit halbkugelförmigen Blüten. Allium rosenbachianum (lila-purpurrot), Allium „Purple Rain“ (tief lila) und Allium yesdeanum „Shing“ (blauviolett) sind nur einige Vertreter mit besonders großen Blütenköpfen.
Es gibt auch Allium-Sorten, die zum Verwildern neigen, wie zum Beispiel der Bulgarische Lauch, Nectaroscordon bulgaricum. Er hat sehr schöne grün-rosa Glockenblüten, die viel Nektar bilden und daher für Imker interessant sind. Noch ein letztes Allium möchte ich Ihnen ans Herz legen, Allium sphaerocephalum, das auf 60 cm langen Stielen kleine zart lila Blütenköpfe hervorbringt. Und zu guter Letzt rate ich, die trockenen Samenstände ihrer Allium im Auge zu behalten, sie scheinen – unserer Erfahrung nach – begehrte Sammlerobjekte zu sein.





