Nun geht es aber rasant: Erst wollte die Herbstfärbung gar nicht recht in die Gänge kommen, und nun weiß ich nicht, worauf ich Ihr Augenmerk als Erstes lenken soll. Am Freitag vergangener Woche zeigten sich die ersten Boten in knalligem Rot-Orange, das waren die Spitz-und Bergahorne (Acer platanoides und A. pseudoplatanus). Im Sommer eher unscheinbar, aber sehr stadtklimafest, zeigt sich dieser Waldbaum im Herbst von seiner besten Seite. Für den mittelgroßen bis kleinen Garten ist er allerdings nicht gut geeignet, da er eine Höhe von 20 bis 30 Metern und eine Breite von 15 bis 20 Metern erreichen kann.

Wer gerne eine schöne Herbstfärbung mit dem Geschenk von Beeren für die Vogelwelt vereinen möchte, der sollte sich jetzt mal die unterschiedlichen Sorten der Vogelbeeren und der Weißdorne ansehen. Da gibt es eine beachtliche Auswahl, die oft gar nicht bekannt ist. So gibt es etwa viele kleinwüchsige Vogelbeeren, die weiße, rosa oder gar gelbe Früchte tragen. Letzterer ist Sorbus ‘Joseph Rock’, benannt nach einem bekannten Pflanzenjäger, der diesen Kleinbaum/Großstrauch (6-8 Meter) mit der wohl atemberaubendsten Herbstfärbung selektiert hat.

Späte Vogelbeere wird fünf bis acht Meter hoch

Die gelben Beeren zwischen den vielen Rottönen sind ziemlich unschlagbar. Wer es lieber etwas traditioneller mit den Farben halten möchte, aber wenig Platz hat, der sollte die einheimische Eberesche durch die etwas schmalwüchsige Sorte Sorbus serotina aus Japan ersetzen, denn die sogenannte späte Vogelbeere wird nur fünf bis acht Meter hoch, stellt eine hinreißende Herbstfärbung auf und trägt Tausende rote Beeren. Der Weißdorn ist auch so ein unscheinbarer Kandidat, im Sommer sehen viele von denen aus, als könnten sie kein Wässerchen trüben, um dann im Herbst so richtig loszulegen.

Ganz besonders häufig benutze ich Crataegus x prunifolia ‘Splendens’, der sich durch ein sehr schönes glänzendes Laub, eine weiße, späte Blüte und eine hinreißende Herbstfärbung auszeichnet. Die Beeren bleiben als echter Bonus dann meist den ganzen Winter über am Baum, bis die Vögel sie im Frühjahr als echte Delikatesse verputzen. Der Baum kann zwar bis zu sieben Meter hoch werden, doch macht es dem Weißdorn nicht viel aus, wenn man ihn regelmäßig schneidet oder kleiner hält, das nimmt einem die Eberesche/Vogelbeere schon eher übel.

Beim Preis nicht von der Größe leiten lassen

Wer so gar keinen Platz für einen Baum hat, der findet vielleicht Gefallen an einem Japanischen Ahorn, da will ich gar keine Empfehlungen aussprechen, denn da sollten Sie sich in eine gute Baumschule begeben und sich ansehen, was die können, aber beeilen Sie sich, die Farbe scheint in diesem Jahr schnell zu sein. Ich gebe Ihnen noch den Tipp: Lassen Sie sich beim Preis nicht unbedingt von der Größe der Pflanze leiten, denn einige echte Raritäten, wie Acer japonicum ‘Aconitifolium’ oder A. japonicum ‘Vitifolium’, können bei kleinster Größe gerne mal das Doppelte eines wesentlich größeren, einfacheren Kollegen kosten.

Doch die Raritäten zeigen spätestens in drei bis vier Jahren, warum sie in diese Kategorie fallen – und dann möchte sie jeder haben. Wer noch weniger Platz hat, aber feststellt, dass bei ihm im Garten sich gerade mal so rein gar nichts verfärbt, außer dass die Blätter an den Rosen gelb werden, der sollte sich einfach einen der vielen Kleinsträucher gönnen, die, wie fast alle Herbstleuchter, im Sommer recht bescheiden sind. Dazu gehört für unsere Berliner Halbschattengärten unbedingt die Heidelbeere (Vaccinium corymbosum), die braucht allerdings sauren, torfigen Boden, da haben Sie gleich auch die Freude der Beeren im Sommer. Oder Sie nehmen einen kleinwüchsigen Federbusch (Fothergilla major), der blüht mit kleinen weißen, duftenden Püscheln im Mai und zeigt sich jetzt in einem Potpourri der Herbstfarben.