Der ehemalige Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch wird Flüchtlingsstaatssekretär. Das beschließt der Senat am heutigen Dienstag. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will dadurch den Flüchtlingsstab verstärken und aufwerten. Der 68-jährige Glietsch wird den Stab künftig mit Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle leiten, hieß es am Montag aus Senatskreisen.

Glietsch war zwischen 2002 und 2011 Polizeipräsident in Berlin und ging danach in Ruhestand. Mit der Einrichtung des neuen Postens soll der neue Chef des Flüchtlingsstabs bessere Eingriffsmöglichkeiten in andere Senatsverwaltungen erhalten. Der Schritt sei mit Sozialsenator Mario Czaja (CDU) abgesprochen, der bislang für die Flüchtlinge zuständig war. Senatssprecherin Daniela Augenstein wollte die Personalie am Montag weder bestätigen noch dementieren.

Mehr Personal für das Lageso gefordert

Mit Glietsch beauftragt der Senat den zweiten ehemaligen Polizisten mit Flüchtlingsaufgaben. Zuvor wurde bereits der ehemalige Leiter der Direktion 3, Klaus Keese, mit der Herrichtung der Hangars auf dem Flughafen Tempelhof als Flüchtlingsunterkunft betraut.

Die Linksfraktion begrüßte grundsätzlich die Ernennung Glietschs, mahnte aber auch mehr Personal für das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) an. „Wir haben mit Dieter Glietsch gut zusammengearbeitet, aber Berlin hat derzeit keinen Mangel an Staatssekretären, sondern an Mitarbeitern im Lageso und an humanitären Unterbringungsmöglichkeiten“, sagte Fraktionschef Udo Wolf.

In diesem Jahr haben sich bereits 24.000 Flüchtlinge in Berlin gemeldet. Insgesamt rechnet Berlin in den kommenden Jahren mit rund 40.000 Menschen aus Flüchtlingsgebieten, die dauerhaft in der Stadt bleiben werden.