Zwei fröhliche Comicfiguren mit Stäbchen in roter Leuchtschrift, Dampfwolken in der gläsernen Küche: Alles in dem kleinen Lokal am Weinbergsweg in Berlin-Mitte spricht von original chinesischer Dim-Sum-Kultur. „Yum Cha“ bedeutet in ganz China, gemeinsam Tee zu trinken und kleine Köstlichkeiten in Form gedämpfter oder gebratener Häppchen in Bambuskörben zu teilen. Seit über 15 Jahren gibt es das „Yumcha Heroes“ in Berlin. Während virale Trends wie aktuell die Sushi Pops kurzfristig für lange Schlangen sorgen, ist das Restaurant mit den handgemachten Teigtaschen weitgehend unter dem Radar geblieben.

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Dafür freuen sich die langjährigen Mitarbeiter Mirsad „Mime“ Mujanovic und Anjelo Nguyen, die das Restaurant vergangenen November übernahmen, über eine treue Stammkundschaft. Einer ihrer ersten Schritte war es, die Meisterinnen der hauseigenen Teigtaschen-Manufaktur aus dem Hintergrund zu holen und am Gewinn zu beteiligen. Von Hand stellen Chen June, Bing Wu und Su Jun (alle aus Zhejiang, China) die Dumplings, eine Art chinesischer Ravioli, her. Vom Teig aus Weizenmehl oder -stärke und Wasser über die Füllung bis hin zur Faltung ist alles selbstgemacht.

„Handwerk ist Übung - wenn man es oft macht, kann man es einfach“, erklärt Frau Chen. Die Fingerfertigkeit, die etwa für die „Mutter aller Dumpings“ mit Schweinehack, Szechuanpfeffer und Ingwer notwendig ist, ist beachtlich. Die vollendete Form verlangt nämlich genau 18 Falten. Auf dem zweiten kunstvoll geformten Klassiker „Shou Mai“ sorgt Lachskaviar für das leuchtend orangefarbene Finish, während die modernen Yumcha-Kreationen sich durch ihre längliche Form und pflanzliche bunt gefärbte Teige auszeichnen.

Yumcha Heroes
Eine Auswahl an Dumplings im "Yumcha Heroes".© Gesa Noormann | Gesa Noormann

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Jeder einzelne der wunderbar saftigen Dumplings steht in seiner Aromenvielfalt für sich, besonders würzig schmecken das „Black Beef“ mit Rindfleisch, Ingwer und Szechuanpfeffer oder das durch Zimt fast schon orientalisch anmutende „Pink Lamb“ mit grüner Sojabohnenpaste und Austernsauce. „In China mögen die Menschen Essen mit Biss“, erklärt Mirsad Mujanovic. „In unseren Füllungen schmeckt man jede einzelne unserer Top-Zutaten, Geschmacksverstärker sind tabu“.

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Ein Bambuskörbchen mit vier Dumplings kostet acht Euro, zwei davon machen reichlich satt. Ergänzt wird das Angebot durch vegetarische Dim Sums wie würzige Essiggurken (5,50 Euro), die Bestseller-Schweinerippchen in Honigglasur (11,50 Euro) oder Kohlrabisalat mit Hühnchen (8 Euro). Dazu ein Tee (4,50 Euro), ein Tsingtao-Bier oder ein Glas Wein (je 4,50 Euro) und zur Krönung eines der ungewöhnlich guten Fusion-Desserts, etwa die mit unwiderstehlichem Nougat gefüllten Germknödelchen „Tang Bao“ - allein dafür lohnt sich der Weg.

Yumcha Heroes, Weinbergsweg 8, 10119 Berlin-Mitte, yumchaheroes.com