Schade, die nette Tapasbar Manuela gibt es nicht mehr. Spanien adé also, dafür aber willkommen Peru. Es passt, denn die Küche des südamerikanischen Landes ist aktuell angesagt. Nicht nur in Kreuzkölln, in Berlin überhaupt. Ceviche mag das bekannteste Gericht sein, und selbstverständlich steht es in verschiedenen Fisch-Varianten auf der Karte. Doch der junge, fröhliche und quirlige Laden samt Bar mit entzückendem Service nimmt die Gäste mit auf eine kulinarische Reise durch ein kulinarisch modernes Peru, das reich an einheimischen Produkten ist.

So gibt es etwa, wenn auch im Chicha nicht gänzlich erhältlich, 60 verschiedene Maissorten. Ein Schälchen gerösteter Körner macht den Auftakt. Die Karte ist klein und spannend, reicht von Austern mit Mais über Tiradito, eine Art peruanisches Sashimi, bis zu Causa, Kartoffelküchlein mit Dips. Es gibt Gerichte aus den Anden wie Chinoa, Maniok oder Kochbanane und „Grillgut“ wie Schweinehals vom Lava-Grill mit Linsen. Auch Streetfood wie Schwein und Krabben vom Lavastein oder Rind aus dem Wok stehen auf der Karte. Zum süßen Finale gibt es karamellisierter Kokosnuss.

Der gegrillte Oktopus – er hätte etwas heißer sein können – mit Brokkoli, Kartoffeln und Kräutersauce kommt in einem kleinen Pfännchen an den Tisch, die schön panierten und frittierten Maniok-Stäbchen, eine nette Alternative zu unseren Pommes frites, in einer Pappbox mit Holzstäbchen. Der auch als Beilage georderte Reis fällt dagegen normal aus. Ganz leicht ist die Küche, abgesehen von Ceviche und Tradito, nicht. Das muss auch nicht sein, sind die Teller doch nicht überbordend bestückt. Teilen ist hier eine gute Idee, auch um die Vielfalt kennenzulernen. Die von einem Pisco, dem alkoholischen Nationalgetränk Perus, abgerundet würde.

Chicha Friedelstr. 34, Neukölln, Mi.-So. 18- 24 Uhr, Tel. 62 73 10 10, www.chicha-berlin.de