Einige Zeit hatte das „Leib und Seele“ mit deutsch-internationaler Küche in den sehr ansprechend mit rustikalem Eichenholzboden ausgestatteten Räumen serviert. Dann eröffnete es am selben Ort als „Fränkla“ mit fränkischen Gerichten neu. Nun ist die fränkische Küche eine ausgesprochen schmackhafte, deftige Angelegenheit, wenn sie denn gut gekocht wird. Dazu gehören süffige Biere aus einer Region mit einer der höchsten Brauereidichten Deutschlands.

Und so gibt es im „Fränkla“ immerhin fünf Biere vom Fass, darunter ein Tucher Pils aus Nürnberg, für ambitionierte 4,20 Euro der halbe Liter. Noch mal 30 Cent mehr kostet das naturtrübe Zirndorfer Kellerbier, das im Steingutkrug serviert wird. Die Speisekarte ist minimalistisch gehalten, fränkische Kartoffelsuppe, fränkischer Obazda für den kleinen Hunger, dazu eine Handvoll Fränkische Gerichte und Wiener Schnitzel – und eine kleine Tageskarte.

Original Nürnberger Rostbratwürste mit Weinsauerkraut und Natursauerbrot kosten für sechs, acht oder zehn Würstchen den gleichen Betrag in Euro. Die Qualität war unteres Mittelfeld, zu dunkel und hart die Würstchen, das Kraut mit viel Säure, das Brot bröselte. Finster wurde es bei der „leckeren Grillhaxe“ mit Sauerkraut und Kloß mit Soße. Kraut, Kloß und Soße waren in Ordnung, nicht aber die Haxe: Kruste nicht zu schneiden, das Fleisch trocken und zäh, 14,80 Euro. Dazu erwies sich das nur zu einem Viertel verzehrte Fleisch wenig später als höchst unbekömmlich. Möglicherweise war der Koch ja gedanklich mit anderem befasst.

Fränkla Güntzelstraße 24/25, Wilmersdorf, Tel. 86 42 09 06, Di.–Sbd. 16–24 Uhr, www.fraenkla.berlin

fmr