Akai Shima No Hana, das sei japanisch und bedeute soviel wie „Blume der Roten Insel“, erklärt die junge fröhlich-freundliche Serviererin. Seit Anfang April blüht diese neue Gastropflanze inmitten des Schöneberger Kiezes „Rote Insel“. Ein kleiner Laden, nett modern gemacht, etwas für alle Tage. Die Karte ist groß, da stellt sich die Frage: Wie frisch ist alles? Auf der Getränkekarte finden sich verschiedene Sake, japanische Biere, ein wilder Wein-Mix, teils Bio, und sogar Champagner.

Eine Handvoll Tees stehen zur Auswahl. Der grüne Genmaicha, den die Begleiterin bestellt hat, kommt in einer gläsernen Espressokanne zum Runterdrücken daher. Trotz origineller Kannenwahl eine preislich wie geschmacklich gute Wahl. Das Minischälchen grüner Ryokucha-Tee hingegen ist schlicht zu wenig. Es gibt einen asiatischen Rundumschlag an warmen und kalten Vorspeisen wie Meeresfrüchtesalat, Oktopusbällchen, mariniertes gegrilltes Lachsfilet oder Edamame, zudem eine schöne Auswahl an Udon-Nudelsuppen und fast schon ein Überangebot an Sushi, Sashimi & Co.

Beim Japaner muss eine Nudelsuppe sein, und die Tamagotoji Udon mit gekochtem Ei und Tempurastücken und Sojasauce ist gleichermaßen leicht wie reichhaltig, fast schon Soulfood, wäre sie nicht lauwarm, sondern heiß. Ein Gaumenvergnügen ist Sunomono, der kleine Gurkensalat aus der Appetitanreger-Abteilung, der durch seine Kombination mit Algen bestens in den nahenden Sommer passt. Die pikanten Negitoro Sushi-Rollen mit Lachs sind okay, reichen aber nicht an Suppe und Salat heran. Dennoch ist die japanische Blume eine Bereicherung für den Kiez.

Akai Shima No Hana Leberstr. 9, Schöneberg, Tel. 55 07 56 37, Mi.-Mo. 17-23 Uhr