Flughafen

Flughafen-Chef Lütke Daldrup schaltet in den Charme-Modus

Der Untersuchungsausschuss will auch die aktuellen Probleme am BER prüfen. Lütke Daldrup sieht das als Chance, die Lage besser zu erklären.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), hält weiter am Eröffnungstermin für den BER 2020 fest.

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), hält weiter am Eröffnungstermin für den BER 2020 fest.

Foto: Annette Riedl / dpa

Berlin. Das Verhältnis der Berliner Abgeordneten, die im Untersuchungsausschuss die Versäumnisse bei Bau und Planung des BER aufklären wollen, war in der Vergangenheit nicht das Beste. Streit gab es unter anderem darüber, ob die Volksvertreter sich auch den Flughafen Tegel ansehen dürften oder nicht.

Nun haben die Abgeordneten beschlossen, den Untersuchungsauftrag über das Jahr 2018 hinaus auszuweiten, um auch die Gegenwart auf der BER-Baustelle in den Blick nehmen zu können. Schließlich wird immer noch lebhaft spekuliert, ob die Eröffnung im Herbst 2020 nicht doch ebenso platzt wie alle bisherigen Versuche, den neuen Hauptstadtflughafen in Betrieb zu nehmen.

Lütke Daldrup begrüßt erweiterten Auftrag zum BER

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, der unter anderem mit dem FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja wegen dessen Lügen-Vorwürfen über Kreuz liegt, schaltet aber nun in den Charme-Modus. Lütke Daldrup begrüßte den erweiterten Auftrag des Untersuchungsausschusses zum BER. „Ich habe die Hoffnung, dass es damit möglich ist, die Abläufe am BER sachlicher und transparenter darzustellen“, sagte Lütke Daldrup der Morgenpost.

Dadurch könnten Spekulationen wie in den vergangenen Monaten über ein Scheitern des Eröffnungstermins im Herbst 2020 vermieden werden, so der Flughafenchef. Dass alle Fraktionen sich die jüngste Vergangenheit und die gegenwärtige Lage auf der Flughafenbaustelle ansehen möchten, wertet Lütke Daldrup als positives Zeichen: „Wenn alle das wollen, dann belegt das ein parteiübergreifendes Interesse, den BER im Zeitplan fertig zu stellen.“

Hintergrund: Der BER hat Probleme mit Plastikdübeln

In der nächsten Sitzung sagen Henkel und Müller aus

Gleichwohl ist man in der Flughafengesellschaft überzeugt, dass es weiterhin Streit darüber geben dürfte, welche Unterlagen die Volksvertreter denn zu sehen bekommen und welche nicht oder nur mit geschwärzten Passagen. Viele Akten würden die Interessen Dritter betreffen, hieß es. Zudem führten pauschale Wünsche auch gelegentlich dazu, dass meterweise Aktenordner angeliefert werden müssten.

Die nächste Sitzung des Untersuchungsausschusses dürfte auch ohne Einblicke in die aktuelle Situation interessant werden. Am 7. Juni steht nicht nur die Zeugenvernehmung des früheren Flughafen-Aufsichtsrates und Innensenators Frank Henkel auf der Tagesordnung. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller muss aussagen. Er war bis 2017 Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft.