Pannen-Flughafen

Früherer Technikchef: BER-Debakel war so nicht vorstellbar

Der 2012 geschasste Technikchef Körtgen verteidigte im Untersuchungsausschuss die zahlreichen Planänderungen während der Bauphase.

Manfred Körtgen vor dem BER-Untersuchungsausschuss

Manfred Körtgen vor dem BER-Untersuchungsausschuss

Foto: Jörg Carstensen/dpa

Berlin. Die jahrelangen Verzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen BER erstaunen auch den früheren Technikchef Manfred Körtgen. „Das war für uns damals nicht vorstellbar“, sagte Körtgen, der nach der geplatzten Eröffnung 2012 entlassen worden war, am Freitag. Zugleich verteidigte er im Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses die zahlreichen Planänderungen während der Bauphase. Sie gelten als ein Grund für das Debakel.

„Jede Änderung stört den Bauablauf“, gestand Körtgen zwar zu. Deshalb habe er jedoch ein Änderungs-Management eingeführt, so dass immer alle relevanten Abteilungen der Flughafengesellschaft einbezogen worden seien. Alles sei transparent gelaufen. „Da gab es keinen Ansatz, dass da irgendwas gefährdet wäre. Das war für mich nicht erkennbar“, sagte der 65-Jährige. „Jetzt wissen wir natürlich mehr als vor sechs Jahren.“

Ursprünglich sollte der Flughafen 2011 in Betrieb gehen, jetzt ist der Start für 2020 geplant. Anschließend soll der Airport ausgebaut werden, um die wachsenden Passagierzahlen in Berlin aufnehmen zu können. Im vergangenen Jahr waren es gut 33 Millionen Fluggäste.

Körtgen erinnerte daran, dass der BER ursprünglich für 20 Millionen Passagiere geplant worden sei, was Kritiker damals für übertrieben hielten. „Ich habe so oft gehört: 20 Millionen, wo sollen die denn aus der Brandenburger Gegend herkommen?

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