Gehalt

Ex-Flughafenchef Mehdorn kassierte 753.000 Euro

Noch ist unsicher, wann der BER öffnet. Doch Hartmut Mehdorn zählte 2014 zu den Topverdienern in Firmen mit Beteiligung Brandenburgs.

Hartmut Mehdorn war zwei Jahre Geschäftsführer des Flughafen Berlin Brandenburg (FBB)

Hartmut Mehdorn war zwei Jahre Geschäftsführer des Flughafen Berlin Brandenburg (FBB)

Foto: dpa Picture-Alliance / Rainer Jensen / picture alliance / dpa

Sein Jahresgehalt war bislang nur gerüchteweise bekannt. Nun ist es öffentlich: Der frühere Flughafenchef Hartmut Mehdorn bekam eine Grundvergütung von 600.000 Euro. Neben sonstigen Zulagen zahlten ihm die drei staatlichen Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund im Jahr 2014 aber außerdem eine „erfolgsabhängige Vergütung“ von 122.000 Euro. Der Anspruch stammte noch aus 2013. Das macht mit sonstigen Bezügen 753.000 Euro.

Diese Summe und weitere Gehälter der Top-Manager von Unternehmen, an denen das Land Brandenburg beteiligt ist, offenbart der Beteiligungsbericht 2015. Er soll in der kommenden Woche in Potsdam präsentiert werden und liegt der Berliner Morgenpost vorab vor.

Mehrdorn hinterließ für den BER einen Zeitplan

Mit 72 Jahren war Mehdorn am 13. März 2015 nach zwei Jahren als Geschäftsführer des Flughafen Berlin Brandenburg (FBB) nach Querelen mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern ausgeschieden. Auch ihm gelang es nicht, den Pannenflughafen BER in Schönefeld an den Start zu bringen. Dem Aufsichtsrat und seinem Nachfolger Karsten Mühlenfeld hinterließ er lediglich einen Zeitplan.

Mehdorn war der Ansicht, dass es gelingt, den Airport im zweiten Halbjahr 2017 zu eröffnen. Doch inzwischen zeichnet sich ab, dass auch dieser Termin nicht zu halten sein wird. Die Bauordnungsbehörde hat Nachbesserungen bei der Entrauchungsanlage für den Brandschutz gefordert.

Der Beteiligungsbericht listet außerdem für die Finanz-Geschäftsführerin der Flughafengesellschaft, Heike Fölster, ein Grundgehalt von 230.000 Euro auf. Dazu kam 2014 neben sonstigen Bezügen eine Erfolgsbeteiligung von 31.000 Euro.

Gut eine Million Euro an FBB-Geschäftsführung

Somit erhielt Heike Fölster 290.000 Euro. Insgesamt flossen an die Geschäftsführung 1,043 Millionen Euro. Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erhielt von Januar bis zum 11. Dezember 2014 als Aufsichtsratsvorsitzender 2688 Euro an Sitzungsgeld. An den gesamten Aufsichtsrat flossen 19.712 Euro. Das Land ist an der FBB mit 37 Prozent beteiligt.

Ein Top-Gehalt bezieht auch der Chef der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), Tillmann Stenger. 2014 erhielt er 328.000 Euro. Ein Grundgehalt von 218.000 Euro, dazu kam ein „variabler Teil“ von 110.000 Euro. Der Diplom-Volkswirt ist Vorstandsvorsitzender seit Januar 2013. An die beiden weiteren Vorstandsmitglieder Gabriela Pantring und Jacqueline Tag flossen je 185.000 Euro Fix-Gehalt, dazu je 95.000 Euro. Die Förderbank gewährt Zuschüsse, Darlehen und Landesbürgschaften. Brandenburg ist mit 50 Prozent beteiligt.

Tourismus-Chef verdiente 167.000 Euro

Ebenfalls unter den Top-Verdienern ist auch der Geschäftsführer der Märkischen Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (MEAB), Dirk-Uwe Michaelis. Er bekam 260.400 Euro. Sein Grundgehalt betrug 165.000 Euro. Die MEAB betreibt die Sicherung, Sanierung, Rekultivierung und Nachsorge der mit Abfällen aus Berlin verfüllten Deponien in Vorketzin, Schöneiche und Deetz.

Der Chef der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), Dieter Hütte, erhielt 2014 laut Beteiligungsbericht 167.400 Euro, davon 40.000 Euro als Sondervergütung. Die TMB vermarktet die brandenburgischen touristischen Angebote. Das Land ist mit 38 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. Hütte studierte Kartographie, Raumplanung und Landeskultur. Seit 1998 ist er TMB-Geschäftsführer.

Chef der Wirtschaftsförderung mit 156.000 Euro

Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg, bezog 156.100 Euro, inklusive der 11.000 Euro variable Zahlung. Der promovierte Politikwissenschaftler ist seit 2008 Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft und auch deren Sprecher. An der ZAB ist das Land mit knapp 75 Prozent beteiligt. Der damalige Geschäftsführer Rolf Strittmatter erhielt 139.000 Euro, davon 9500 „variabel“.

In die Geschäftsführung der „IHP-Solutions GmbH – Gesellschaft für technologiebasierten Innovationstransfer“ in Frankfurt an der Oder flossen 233.700 Euro. Geschäftsführer ist seit 24. September 2014 Bernd Tillack. In den gut drei Monaten im Jahr 2014 erhielt er 33.600 Euro. Das IHP ist eine 100-prozentige Tochter des Landes. Es forscht auf dem Gebiet der Mikroelektronik und Informationstechnologie.

2014 bezog die Geschäftsführung der Verkehrsbetriebe Berlin-Brandenburg 195.200 Euro. Seit 1. März 2014 steht Susanne Henckel an der Spitze. Ihr Grundgehalt: 120.800 Euro, dazu kamen noch 28.900 Euro. Vorgänger Hans-Werner Franz bekam in den ersten beiden Monaten 45.500 Euro. Brandenburg ist mit gut 33 Prozent am VBB beteiligt.