Untersuchungsausschuss

Wowereit bezeichnet Mehdorn und Amann als unprofessionell

Klaus Wowereit steht dem U-Ausschuss zum BER erneut Rede und Antwort - und kritisiert den Machtkampf der früheren Geschäftsführung.

Der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) muss sich am Freitag Vormittag vor dem BER-Untersuchungsausschuss verantworten. Wowereit muss als ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrates Auskunft darüber geben, welche Informationen er über den Verzug auf der Flughafenbaustelle hatte und welche Folgerungen der Aufsichtsrat daraus zog.

Wowereit bezeichnete die Besetzung der BER-Geschäftsführung mit der Doppelspitze Hartmut Mehdorn und Klaus Amann als riskant. "Beide Personen sind von ihrer Grundstruktur nicht automatisch teamfähig", sagte Wowereit am Freitag. Dennoch habe er sich gewundert, wie unprofessionell beide miteinander umgegangen seien. Statt Aufgaben zu verteilen, sei es ständig darum gegangen zu zeigen, wer der Stärkere sei.

Wowereit verteidigte das Vorgehen des Flughafen-Aufsichtsrats nach der geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens im Jahr 2012. Vor der Kündigung des Generalplaners PG BBI sei darüber „im Aufsichtsrat sehr, sehr lange diskutiert worden“, sagte er. Das Gremium habe festgestellt, dass das Vertrauensverhältnis zu PG BBI gestört und Besserung nicht zu erwarten sei. „Es ist nicht bewiesen, dass das wirklich ein Fehler war“, sagte Wowereit zu der Kritik, der Rauswurf des Generalplaners habe das Bauprojekt noch weiter verzögert.

Hauptgrund für die verspätete Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld sind Planungsmängel und Baufehler vor allem bei der Brandschutzanlage. Die Inbetriebnahme ist nun für das zweite Halbjahr 2017 vorgesehen.

Wowereit ist bereits zum dritten Mal als Zeuge vor den Ausschuss geladen. Bei früheren Befragungen hatte er stets betont, als Aufsichtsratschef auf die Angaben der Geschäftsführung angewiesen gewesen zu sein.

Vergangene Woche hatte der Ausschuss CDU-Chef Frank Henkel gehört, der ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrates ist. Dabei hatte er eklatante Wissenslücken offenbahrt. mit dpa