Die neue Folge im Krimi um den Hauptstadtflughafen BER: Eine der wichtigsten Firmen auf der Dauerbaustelle ist zahlungsunfähig. Imtech, die deutsche Tochter des niederländischen Gebäudetechnik-Unternehmens, hat Insolvenz beantragt. Damit ist der Zeitplan, den Airport im zweiten Halbjahr 2017 – endlich – zu eröffnen, massiv infrage gestellt.

Angeblich ging es ja so gut voran, seit Karsten Mühlenfeld die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft übernommen hat. Hinter den regelmäßigen Erfolgsmeldungen verbargen sich aber weiterhin haufenweise ungelöste Probleme. Eines davon war Imtech. Berlin, Brandenburg und der Bund, die den Flughafen bauen lassen, waren und sind auf eine Firma angewiesen, die schon seit Jahren finanzielle Probleme zu haben schien. Seit 2012 steht der Konzern zudem im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre. Manager wurden entlassen, Staatsanwälte ermitteln. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens soll von Imtech bestochen worden sein.

Schon länger gab es die Forderung, sich von Imtech zu trennen. Doch das Unternehmen arbeitet maßgeblich an der Brandschutzanlage, ohne die der BER nicht in Betrieb gehen darf. Bereits einmal waren wichtige Planer nach Hause geschickt worden. Das Ergebnis: noch mehr Chaos, eine lahmgelegte Baustelle. Solche Konsequenzen fürchten die Gesellschafter auch im Fall der Experten von Imtech. Sie werden ihre Entscheidung deshalb gut abwägen müssen. Fest steht: Eine Neuausschreibung würde die BER-Eröffnung weit, weit nach hinten schieben.

Die Folgen der Insolvenz sollen nun Baufachleute und Juristen klären. Flughafenchef Mühlenfeld plant eine Taskforce. Womit wir wieder beim Krimi wären. Der Zuschauer darf gespannt darauf sein, wie die Gesellschafter sich aus der Falle befreien können. Mit und ohne Imtech wird es schwierig werden, den Flughafen – endlich – fertig zu bekommen.