Flughafen BER

Neuer Aufsichtsratschef kommt, wenn Bundesregierung steht

Noch bis Dezember wird es keinen neuen Aufsichtsratschef am Flughafen BER geben. Erst mit einem neuen Bundesverkehrsminister soll entschieden werden, wer auf Matthias Platzeck folgt.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Am neuen Hauptstadtflughafen BER bleibt der Aufsichtsratsvorsitz mindestens bis Dezember unbesetzt. „Wir werden abwarten, wie die neue Bundesregierung aussieht und wer der neue Bundesverkehrsminister wird“, sagte Aufsichtsrat Rainer Bretschneider (SPD) am Montag.

Der Berliner Senatssprecher Richard Meng wies Berichte zurück, wonach Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) für den Aufsichtsratsposten im Gespräch sei. Die Stelle ist vakant, seit sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) im August zurückgezogen hat.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) führt das Gremium kommissarisch. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will sich nach einem „Spiegel“-Bericht den Spitzenplatz im Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft dauerhaft zurückerobern. Derzeit nimmt Wowereit den Posten bis zur Neuwahl kommissarisch wahr, da der frühere Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ihn nach seinem Rücktritt aufgegeben hatte.

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Wowereit war dessen Stellvertreter, seit er – nach mehreren Verschiebungen des Eröffnungstermins zum Großflughafen BER – zu Jahresbeginn den Aufsichtsratsvorsitz an Platzeck abgegeben hatte. Der Flughafen-Aufsichtsrat tagt am Mittwoch und voraussichtlich im Dezember.

BER-Kosten steigen weiter

Bretschneider schließt nicht aus, dass der Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht mehr zu halten ist und die 5-Milliarden-Euro-Marke überschritten werden könnte: „Es wird teurer als ursprünglich geplant. Ob die fünf Milliarden real sind oder nicht, das vermag ich nicht zu sagen. Das bedauere ich sehr“, sagte Bretschneider in einem Interview der Sendung „WISO“.

Auch der Schallschutz könnte sogar doppelt so teuer werden wie in der letzten Kostenerhöhung veranschlagt: Statt 305 Millionen Euro zusätzlich geht es bei der Umsetzung einer sehr strengen Lärmschutzvorgabe nun um die doppelte Summe: „700 Millionen für den Schallschutz würde ich nicht ausschließen“, so das BER-Aufsichtsratsmitglied.

Zur Frage, ob sich der neue Flughafen angesichts der finanziellen Belastungen künftig überhaupt selbst tragen kann, zeigte er sich Bretschneider optimistisch: „Im Moment gehe ich davon aus, dass sich das tragen wird, allerdings nicht so früh wie gedacht.“ dpa/chm/mim