Das Land Brandenburg nominiert seinen Staatssekretär Rainer Bretschneider (SPD) für den Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens. Wie die rot-rote Landesregierung nach einer Kabinettssitzung am Dienstag mitteilte, soll der 64-Jährige in dem Kontrollgremium den Sitz erhalten, der nach dem Rückzug Matthias Platzecks (SPD) frei wurde.
Der scheidende Regierungschef hatte sein Mandat in der vergangenen Woche abgegeben.
Nach Informationen des „Handelsblattes“ sollen die Flughafeneigentümer – Brandenburg, Berlin und der Bund – die Personalie bei einer Gesellschafterversammlung an diesem Freitag beschließen.
Bretschneider ist seit Jahren mit dem neuen Flughafen befasst. Im Januar 2013 hatte Platzeck ihn als Flughafenkoordinator in die Staatskanzlei geholt.
Offen bleibt, wer nach Platzecks Rücktritt Vorsitzender des Aufsichtsrats wird. Gegenwärtig führt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Stellvertretender das Aufsichtsgremium.
Bretschneider – Feuerwehrmann der Landesregierung
Der künftige Flughafen-Aufsichtsrat Bretschneider ist in der Brandenburger Landesregierung der Mann für knifflige Fälle. Wo ein Mann mit Ruhe und Übersicht gebraucht wird, kommt der Staatssekretär zum Einsatz. „Ich verstehe mich auch aufs Florett und kann auch die ganz feinen Stiche“, meint er.
Seit Januar gibt der 64 Jahre alte Westfale den Feuerwehrmann an einer besonders brenzligen Stelle. In einer eigens einberufenen Arbeitsgruppe in der Staatskanzlei soll Bretschneider helfen, dass der neue Hauptstadtflughafen noch ein Erfolg wird.
Ministerpräsident Platzeck holte Bretschneider aus dem Verkehrsministerium in die Regierungszentrale, als er zu Jahresbeginn Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft wurde. Nun gibt Platzeck nach seinem Schlaganfall seine Ämter ab und Bretschneider übernimmt sein Mandat im Aufsichtsrat. Dass der Staatssekretär auch Vorsitzender des Kontrollgremiums wird, gilt aber als unwahrscheinlich.
Bretschneider kennt sich wie kaum ein anderer aus mit den strittigen Fragen um das milliardenschwere Krisenprojekt, seien es die Flugrouten oder der Lärmschutz. Anwohner werfen ihm aber auch vor, bei der Planung des Projekts ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Diskussionen mit erbosten Anwohnern stellt sich der Jurist dennoch gern.
Seine Karriere hat der gebürtige Hagener im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium begonnen. Er sagt über sich: „Ich bin gelernter Verwaltungsbeamter. Ich stehe dort meinen Mann, wo ich hingestellt werde.“
dpa/sei





