Der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens wird sich im Oktober nochmals mit dem Plan befassen, zunächst am Nordflügel des Flughafens die ersten Passagiere abzufertigen. Geschäftsführer Hartmut Mehdorn solle bis dahin klären, ob das Vorhaben einer Teileröffnung genehmigungsfähig ist, wie ein Flughafensprecher am Montag sagte. Die zuständige Behörde hatte sich vorab zurückhaltend geäußert.

„Dass die baurechtlichen Regelungen erst geklärt werden müssen, bevor irgendwas gebaut wird, ist klar“, hieß es am Montag in Aufsichtsratskreisen. Ob dann noch ein formeller Beschluss des Kontrollgremiums nötig ist, wie die „Bild“ berichtete, wurde als unklar bezeichnet.

Die Aufsichtsräte um den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatten Mehdorn am Freitag beauftragt, sein Konzept weiterzuverfolgen. Er will möglichst im März oder April 2014 im Nordpier starten, zunächst mit maximal zehn Starts und Landungen am Tag. Das soll dem Test der Abläufe im Flughafen dienen. Flughafensprecher Ralf Kunkel trat am Montag Berichten entgegen, Mehdorn habe mit seinem Rücktritt gedroht, sollte sein Plan im Aufsichtsrat scheitern.

Mehdorn will nicht zurücktreten

Auch Mehdorn selbst widersprach, er habe im Streit um die Teileröffnung des Airports mit Rücktritt gedroht. Das sei „Quatsch“, es habe „nie und zu keiner Zeit“ eine solche Drohung gegeben, sagte Mehdorn am Montag in Potsdam. „Ich bin hier nicht angetreten, um zurückzutreten.“

Mehdorn kündigte an, in dieser Woche beim Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald die Bauanträge für einen Umbau des Nordflügels zu stellen. Dort sollen dann im Frühjahr 2014 die ersten Passagiere einchecken.

Das soll dem Test der Abläufe im Flughafen dienen. Die Mitarbeiter könnten sich so schon einmal „mental“ auf ihren neuen Arbeitsplatz einstellen, sagte Mehdorn.

Der Manager stellte klar, dass es sich bei dem Vorhaben um keine Teil-Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER handle, sondern um eine Erweiterung des alten Flughafens Schönefeld. „Es ist kein neuer Flughafen.“ Die Passagiere sollen Urlauber der beiden Fluggesellschaften Condor und Germania sein. Diese müssten aber keine Sorge haben, als „Test-Kaninchen“ behandelt zu werden, sagte Mehdorn.

Auch Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) betonte, dass es sich bei dem Testbetrieb um keine Teileröffnung, sondern um eine „Teilinbetriebnahme“ handle. „Das ist ein Riesenunterschied.“ Denn die aufzubauenden Gepäckbänder, Abfertigungsschalter und anderes Equipment würden nach der Testphase wieder abgebaut.

Wann der gesamte Flughafen öffnet, ist offen.

Ein Alternativkonzept des Technikchefs Horst Amann fand keine Mehrheit. Der Aufsichtsrat enthielt sich geschlossen, wie es am Montag hieß. Amann habe aber Lob für seine Bestandsaufnahme der Mängel und Fehlplanungen auf der Baustelle erhalten. „Das ist die Grundlage für die weiteren Arbeiten.“

Einen Bericht der Zeitung „B.Z.“, nach dem der Flughafen insgesamt erst im Sommer 2016 fertig werde, nannte Sprecher Kunkel am Montag eine Spekulation. Im Oktober würden die nächsten Schritte vorgestellt.

dpa/sei