Flughafen BER

Mehdorns Planungen sind noch nicht endgültig

Hany Azer soll Bauleiter am Flughafen BER werden. Die Freigabe der Deutschen Bahn hat er mittlerweile – doch noch kein Angebot von Hartmut Mehdorn. Vom möglichen Job am BER erfuhr er aus der Presse.

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Die vom Chef des neuen Berliner Hauptstadtflughafens BER, Hartmut Mehdorn, angekündigten personellen Veränderungen, mit denen die Fertigstellung des Pannenprojektes vorangetrieben werden soll, sind noch nicht vollständig entschieden. Ein Flughafensprecher bestätigte am Sonnabend die Berufung der bisherigen Arbeitsschutzleiterin am Flughafen, Regina Töpfer, als künftige Bereichsleiterin in der Bauspitze.

Unklar scheint dagegen, ob auch der ehemalige Mitarbeiter Mehdorns in dessen Vorstandszeit bei der Deutschen Bahn (DB), Hany Azer, Aufgaben am Airport übernehmen soll. „Es wird weitere Veränderungen geben, dazu äußern wir uns aber nicht“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel.

Azer, der bereits im April 2013 für Mehdorns „Sprint“-Team ins Spiel gebracht wurde und jetzt als ein Kandidat für ein Bauleiteramt galt, reagierte am Sonnabend „überrascht“. Er habe davon erst aus den Medien erfahren, sagte der Bauingenieur. Die von Mehdorn gewünschte Berufung des Mannes, der bis 2006 als technischer Projektleiter beim Bau des Berliner Hauptbahnhofs wesentlich zu dessen termingerechter Eröffnung beigetragen hatte, war im Frühjahr am Arbeitgeber DB gescheitert. Diese stellte ihren Experten für Großprojekte nicht für einen Wechsel zum Flughafen frei.

„Eine Freistellung ist jetzt vorhanden“, sagte Azer. Allerdings habe es aktuell seitens des BER keine Anfragen gegeben. Grundsätzlich abgeneigt wäre Azer nicht. „Da gibt es sicher interessante Management-Aufgaben“, so der gebürtige Ägypter, der auch in der Gesamtleitung des Projektes Stuttgart 21 Krisenerfahrung gesammelt hatte: „Auf all diesen Großbaustellen geht es nicht nur ums Bauen, sondern um viele andere Dinge wie Klimatechnik, Organisation und Ähnliches.“ Selbst bei Mehdorn anklopfen will der Architekt allerdings nicht. Er warte ab, was auf ihn zukomme, sagte Azer.

„Dieser Plan klingt gelinde gesagt nach Unfug“

Bedarf an Spezialisten hat Hartmut Mehdorn mehr denn je. In der Aufsichtsratssitzung am Freitag hatte er sich mit seinen umstrittenen Plänen für einen Testbetrieb auf dem Hauptstadtflughafen durchgesetzt. Dafür will er den Nordflügel umbauen und sich um eine neue Baugenehmigung kümmern. Möglichst von März oder April 2014 an sollen bis zu zehn Maschinen pro Tag mit maximal 1500 Passagieren starten und landen.

Kritik kam dazu vom Vorsitzenden des BER-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Delius (Piraten). Dieser hält laut Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg die geplanten Umbaumaßnahmen für zu teuer und nicht ausreichend durchgerechnet. „Dort muss Personal angeschafft werden, die Ausstattung muss funktionieren und gewartet werden“, sagte Delius im RBB.

Auch der zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt. Die Grünen im Brandenburger Landtag fürchten ein monatelanges Bauantragsverfahren, spätestens 2015 müssten die Umbauten für den Probebetrieb aber wieder zurückgebaut werden. Ansonsten erlösche die ursprüngliche Baugenehmigung für den Pier, so Fraktionssprecher Tobias Arbinger: „Dieser Plan klingt somit gelinde gesagt nach Unfug.“ Der Aufsichtsrat wolle durch einen kosmetischen Trick das Fehlen eines Gesamtplans verdecken. (mit dpa)

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