Aufsichtsratssitzung

Grünes Licht für Mehdorns Testbetrieb am BER für 2014

Weniger als Paderborn: Mit höchstens 1500 Passagieren am Tag soll der neue Berliner Flughafen zunächst in Betrieb gehen. Mehdorn holt sich dafür einen erfahrenen alten Bekannten an Bord.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, hat sich im Aufsichtsrat grünes Licht für seinen Plan geholt, den Airport mit einem kleinen Teilbetrieb zu eröffnen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll Mehdorn das Nordpier-Konzept weiterverfolgen. Er soll nun auch mit dem Bauordnungsamt die genehmigungsrechtlichen Fragen klären. Für das Gegenkonzept des Technikchefs Horst Amann gab es demnach keine Zustimmung.

Maximal zehn Flüge täglich

Mehdorn will jedoch mit höchstens zehn Flügen am Tag starten und dafür den Nordflügel umbauen. Er solle sich dafür auch um eine neue Baugenehmigung kümmern, wie es hieß. Das war bislang Amanns Aufgabe. Der zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt.

Mehdorn plant, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen. Später sollen zuerst die Fluggesellschaften aus Tegel zum Neubau umziehen, anschließend Schritt für Schritt die Airlines vom bestehenden Schönefelder Flughafen.

Einen Terminplan für die Gesamtfertigstellung will Mehdorn in den nächsten zwei bis drei Monaten dem Aufsichtsrat vorlegen. „Das muss ein Termin sein, den wir risikofrei erreichen können.“ Dazu werden zwei neue Bauleiter eingesetzt, wie in Branchenkreisen zu hören war: die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, und der Architekt Hany Azer, mit dem Mehdorn schon den Berliner Hauptbahnhof baute. Sie ersetzen zwei Vertraute Amanns.

Wowereit leitete die Sitzung

Wowereit übernahm am Nachmittag die Sitzungsleitung, nachdem Matthias Platzeck (SPD) wie angekündigt seinen Rücktritt vom Aufsichtsratsvorsitz erklärt hatte. Der brandenburgische Ministerpräsident legt seine Ämter nach einem leichten Schlaganfall im Juni nieder. Brandenburg werde im Oktober einen Nachrücker für Platzeck präsentieren, sagte Wowereit. Wer Vorsitzender wird, entscheidet der Aufsichtsrat danach.

„Es ist nicht die Frage, welche Personen hier jetzt in welche Position kommen“, sagte Wowereit auf die Frage, ob er wieder Aufsichtsratschef werden wolle. Platzeck hatte ihn im Januar abgelöst, nachdem der vierte Eröffnungstermin für den Flughafen wegen Baumängeln, Fehlplanungen und Technikproblemen geplatzt war.

„Wowereits Rückkehr an die Spitze des Aufsichtsrates ist ein Treppenwitz der Geschichte“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring „Handelsblatt Online“. Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann sagte: „Die Rückkehr von Herrn Wowereit kann nur eine zeitlich sehr eng begrenzte Notlösung sein.“

„Qualität vor Schnelligkeit“

Mehdorn, der seit Monaten beim Flughafenbau aufs Tempo drückt, sagte nun: „Qualität geht vor Schnelligkeit.“ In den nächsten vier Wochen will er Siemens unter Vertrag nehmen, damit das Unternehmen die Frischluftzufuhr für das Hauptterminal im Brandfall umbaut. „Siemens glaubt, im Frühherbst nächsten Jahres fertig zu sein. Wir glauben, dass das schneller gehen kann.“

Der für die Genehmigung zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt. Mehdorn plant, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen.

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