Winter

Wie sich der Airport Tegel für Eis und Schnee rüstet

Dem überfüllten Flughafen Berlin-Tegel könnten im Winter chaotische Tage bevorstehen. Mehr Technik soll das verhindern.

Foto: Marc Tirl / dpa

Mit Sorge blicken die Berliner Flughäfen und Fluglinien dem Winter entgegen. Den vor allem auf dem überfüllten Flughafen Tegel könnte es bei Schnee und Eis zum Chaos kommen.

Doch mit mehr Personal und neuen Enteisungsmaschinen will die Flughafengesellschaft es nicht so weit kommen lassen. „Wir fühlen uns gut vorbereitet“, sagte der Chef Rainer Schwarz am Donnerstag auf dem Flugfeld bei der Präsentation von Sprühfahrzeugen zur Enteisung. Die Lufthansa und das Unternehmen Globe Ground, das die Maschinen enteist, sprachen von einer großen Herausforderung im anstehenden Winterflugplan.

Enteisung direkt am Terminal

Globe Ground schickt in diesem Winter 21 statt 14 Sprühfahrzeuge wie vor zwei Jahren in den Kampf gegen Eis und Schnee. Mehr als eine Million Liter Enteisungsmittel lagern an den beiden Berliner Flughäfen und am Westhafen. Eine weitere Million Liter steht in Schkopau in Sachsen-Anhalt bereit. 150 Angestellte, 25 mehr als bisher, seien geschult, sagte Bernhard Alvensleben von Globe Ground.

Im Dezember 2010 brach der Flugbetrieb in Berlin und auf anderen Flughäfen zeitweise zusammen, weil das Frostschutzmittel zur Enteisung nicht mehr lieferbar war.

Durch die vielen Sprühfahrzeuge könnten Flugzeuge künftig schon direkt am Terminal teilweise enteist werden und müssten nicht so lange warten. Die Flughafengesellschaft will bei heftigem Schneefall mehr Räumfahrzeuge auf das Flugfeld fahren lassen. „Es geht um eine Fläche von 180 Fußballfeldern. Das schaffen wir in einer halben Stunde“, sagte Schwarz.

Ohne Verspätungen wird es nicht gehen

Ganz ohne Verspätungen wird der Winter aber wohl nicht ablaufen. Tegel muss wegen der auf 2013 verschobenen Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens deutlich gestiegene Passagierzahlen und mehr Starts und Landungen bewältigen.

Die Fluglinien warnen schon länger, dass es angesichts der sehr engen Planungen zu Problemen kommen kann. Der Berliner Lufthansa-Chef Thomas Kropp sagte: „Wenn im Winter eine kleine Eiszeit kommt, wird es nicht ohne die eine oder andere Problematik gehen.“

Am Donnerstagvormittag gab es bereits einige Verspätungen, weil wegen Nebels eine der beiden Start- und Landebahnen gesperrt war. Kropp meinte trotzdem: „Ich bin sehr zufrieden, dass Lufthansa back in Berlin ist.“ Die deutsche Fluglinie steuert seit dem Sommer von Tegel 40 statt wie zuvor 11 Ziele an.

1,79 Millionen Passagiere wurden im September 2012 in Tegel gezählt. Das waren acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Starts und Landungen stieg an beiden Berliner Flughäfen im September auf rund 22.700 (+2,1 Prozent).

An stark frequentierten Wochentagen wie dem Freitag gibt es jeweils bis zu 300 Starts und Landungen. Am Wochenende sind es immer noch jeweils 200 am Tag.

Im Winterflugplan, der ab Ende Oktober 2012 gilt, sind etwas weniger Flugbewegungen als im Sommer geplant, aber immer noch mehr als in den vergangenen Wintern. Der Eröffnungstermin für den neuen Flughafen wurde ein drittes Mal auf den 27. Oktober 2013 verschoben.