BER-Desaster

Berlins IHK-Präsident attackiert Flughafenchef Schwarz

Das Termin-Desaster beim BER ist laut Schweitzer auf unpräzise Planung und Ausschreibung zurückzuführen. Schwarz hält er für überfordert.

Foto: DPA

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Eric Schweitzer, hat den Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz erneut infrage gestellt. „Ich glaube, dass er damit völlig überfordert ist“, sagte Schweitzer am Donnerstagabend über die Rolle von Schwarz beim Projekt Hauptstadtflughafen. Der Flughafen-Aufsichtsrat beriet am Freitag über eine nochmalige Verschiebung der Airport-Eröffnung um ein halbes Jahr auf Oktober 2013.

Nach Ansicht von Schweitzer sind Planung und Ausschreibung für den Flughafenbau in Schönefeld nicht präzise genug gewesen. So sei es zu dem Durcheinander gekommen. „Das Projekt ist zwei, drei Nummern zu groß für ihn“, sagte Schweitzer über Schwarz. „Ich bin sicher, dass er die Eröffnung nicht als Flughafenchef erleben wird.“

Seit Tagen wird wieder verstärkt über eine Ablösung von Schwarz spekuliert. Die Personalie stand aber nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen am Freitag nicht auf der Tagesordnung des Kontrollgremiums.

Mit dem neuen Technikchef Horst Amann, der im August die Nachfolge von Manfred Körtgen antrat, zeigte sich Schweitzer zufrieden. Da sei „ein wirklicher Vollprofi am Werke“, sagte der IHK-Präsident. Amann sollte dem Aufsichtsrat am Freitag einen neuen Zeitplan vorschlagen. Das Gremium befasste sich auch mit einer erweiterten Finanzierung. Nach dem Stand von August müssen von den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg Mehrkosten von bis zu 1,2 Milliarden Euro gedeckt werden.