Berlin

Erstes Flugzeug vom Berliner Großflughafen BER gestartet

Der Flughafen soll erst im Oktober 2013 fertig sein. Doch am Donnerstag startete bereits das erste Flugzeug. Grund ist die ILA.

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Premiere für die Start- und Landebahn Süd am künftigen Hauptstadtflughafen in Berlin-Schönefeld: Ein Hubschrauber und eine Transall der Luftwaffe sind am Donnerstag als erste Maschinen auf der neuen Rollbahn gelandet. Die Flüge waren Teil der Vorbereitungen für die Luftfahrtausstellung ILA, die am kommenden Dienstag beginnt. Weil der Flughafen – anders als ursprünglich geplant – noch nicht eröffnet ist, hatte das Brandenburger Verkehrsministerium extra für die ILA eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die am Donnerstag in Kraft trat. Weitere sogenannte Abnahmeflüge zur Vorbereitung der ILA waren für Freitag geplant - während direkt nebenan der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft über einen neuen Eröffnungstermin berät.

Etwa drei Kilometer vom unfertigen Abfertigungsgebäude entfernt, am Ende der neuen Südbahn, ist für die Luftfahrtmesse ILA ein neues Gelände gebaut worden. Und das wird nächste Woche tatsächlich genutzt werden. Erstmals mehr als 1200 Aussteller werden ihre Produkte präsentieren, so viele wie noch nie.

ILA ist die Nummer drei der Flugschauen in Europa

Nach den Messen im französischen Le Bourget und dem britischen Farnborough ist die ILA die Nummer drei der Luftfahrtschauen in Europa. In diesem Jahr jedoch wächst ihre Bedeutung. Denn nach gut einem Jahrzehnt kommt der US-Hersteller Boeing auch wieder mit seiner zivilen Flugzeugsparte zur Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung. Damit können die Gäste die größten Zivilflugzeuge der Welt, Airbus A380 und Boeing 747-8, auf dem „ExpoCenter Airport“ im Schönefelder Ortsteil Selchow sehen.

An den sechs Messetagen vom 11. bis 16. September werden mehr als 200.000 Besucher erwartet. Die ersten drei sind dem Fachpublikum vorbehalten, von Freitag bis Sonntag steht die Schau auch allen anderen Besuchern offen. In zehn Monaten wurden die sieben Hallen errichtet. Die Messe Berlin und die Zukunftsagentur Brandenburg investierten über eine gemeinsam gegründete Gesellschaft 27 Millionen Euro, zusätzlich steuerte die Messegesellschaft noch allein weitere 16 Millionen Euro bei. Ausrichter der ILA ist der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI).

Verschobene BER-Eröffnung säte Zweifel an ILA-Start

Zuletzt vor zwei Jahren, damals noch im Sommermonat Juni, befand sich das Messegelände auf dem Nordgelände des alten Schönefelder Flughafens. Die Entwicklung der vergangenen Tage störte die Messeplaner jetzt nicht mehr. Doch die kurzfristige Absage der für 3. Juni geplanten Inbetriebnahme hatte im Ausland Zweifel an der ILA-Eröffnung aufkommen lassen und kurzzeitig die Buchungen beeinträchtigt, berichtete vor kurzem BDLI-Hauptgeschäftsführer Dietmar Schrick. „Die Delle konnte aber ausgebügelt werden.“

Und so können die Besucher 270 Fluggeräte am Boden und in der Luft sehen. Zu Demonstrationsflügen starten historische Kampfflugzeuge und moderne Passagierjets. Als Höhepunkte haben die Veranstalter Flüge des Militärtransporters A400M und des A380 angekündigt. Der Region, die auf den Jobmotor Hauptstadtflughafen noch etwa ein Jahr warten muss, bringt die ILA nach Berechnung des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums rund 360 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz - in der Gastronomie, den Hotels, in Messebau, Transport und Logistik. # dpa-Notizblock ## Berichtigung

Der Messe-Geländeplan der ILA

Das Flugprogramm auf der ILA

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