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Tests der Brandschutzanlage am BER erfolgreich

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Auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens wurde sechs Stunden lang die Brandschutzanlage geprüft. Der Test soll erfolgreich gewesen sein.

Die Brandschutzanlage des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld ist am Dienstag nach Darstellung der Flughafengesellschaft erfolgreich getestet worden. Auf verschiedenen Ebenen des Terminals seien kontrollierte Brände entzündet worden, teilte Sprecher Ralf Kunkel mit.

In einer Mitteilung heißt es wörtlich: „Zwischen 10 und 16 Uhr wurden vier sogenannte Heißgasrauchtests durchgeführt. Dabei wurden auf verschiedenen Terminalebenen kontrollierte Brände entzündet. Nach erstem Augenschein verliefen die Tests erfolgreich: Trotz simulierter Stromausfälle gab es keinen Rauchübertritt in andere Geschosse, und der Rauch konnte sicher abgeführt werden.“

Bei dem Test wurde ein Teil der Brandschutzanlage im nördlichen Hauptpier des Airports überprüft. Die Messergebnisse würden in den kommenden Wochen detailliert ausgewertet, hieß es.

Anders als bisher vielfach berichtet, sei dies kein Test „unter Volllast“ oder „Wirkverbundtest“ gewesen, erläuterte Kunkel. Den werde es erst nach Abschluss der Bauarbeiten Ende des Jahres geben. Daran schließe sich dann die Abnahme der Anlage durch das Bauordnungsamt des zuständigen Landkreises Dahme-Spreewald Anfang 2013 an.

Grüne fordern transparente Testergebnisse

Unter anderem wollte der neue Technikchef des Airports, Horst Amann, sich mit Hilfe des Tests einen Eindruck vom Stand des Projektes machen. Amann tritt sein Amt offiziell zum 1. August an und wird dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft am 16. August über seine Einschätzung des Vorhabens berichten. Davon hängt vor allem ab, ob der bisherige Zeitplan bis zum Eröffnungstermin am 17. März 2013 zu halten ist. Daran hatte es während der vergangenen Wochen erhebliche Zweifel gegeben.

Probleme mit der hochkomplexen Brandschutzanlage hatten im Frühjahr die termingerechte Eröffnung des Airports BER am 3. Juni 2012 verhindert. Die Auswertung der jüngsten Testergebnisse wird voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern, könnte also bis zur Aufsichtsratssitzung Mitte August abgeschlossen sein. Die Überprüfung ist laut Kunkel zunächst die letzte vor der Aufsichtsratssitzung.

Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ramona Pop, verlangte, die Testergebnisse transparent zu machen und vollständig auf den Tisch zu legen. „Flughafengesellschaft und der Aufsichtsrat sind in der Pflicht, die Testergebnisse ehrlich zu bewerten, weiteres Schönreden und Verheimlichen darf es nicht geben.“

Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) forderte Pop auf, bei der nächsten Aufsichtsratssitzung zu erklären, ob der angekündigte Eröffnungstermin am 17. März 2013 steht. Dann hätten das Kontrollgremium und Wowereit auch die Fragen nach der Höhe der Mehrkosten zu beantworten und müssten sagen, wer sie zu tragen habe. „Mit Intransparenz und Wegducken muss endlich Schluss sein.“ Im Aufsichtsrat sind unter anderem die drei Flughafen-Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund vertreten. Wowereit ist Vorsitzender des Gremiums.

( dpa/sei )