Es sollte ein Spaß sein: Eine chinesische Boeing 727 der Fluggesellschaft Hainan Airlines sei im Anflug auf den Flughafen BER, meldete am Donnerstagvormittag der rbb-Sender Antenne Brandenburg. An Bord der Maschine sei eine offizielle Delegation, die zur Eröffnung des neuen Großflughafens anreise - die Gäste seien von den Berliner Verantwortlichen nicht darüber informiert worden, dass es wegen des geplatzten Eröffnungstermins auch keine Eröffnungsfeier geben werde. Das Flugzeug, berichtet der Sender weiter, müsse nun auf dem Flugplatz Neuhardenberg landen. Nichts davon war richtig.
Einige Medien übernahmen die Falschmeldung von Antenne Brandenburg, bis nach etwa drei Stunden berichtet wurde, dass die Redaktion des Senders die vermeintlich uninformierten Eröffnungsgäste aus China nur erfunden hatte. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) war von der als Spaß gemeinten Fehlinformation nicht begeistert. „Da ist jemand schwer über das Ziel hinausgeschossen“, sagte DFS-Sprecher Stefan Jaekel in Berlin. Die Flugsicherung sei über die Aktion nicht informiert gewesen. Für kurze Zeit habe Verwirrung geherrscht, denn auf dem Radar sei das nicht existente Flugzeug natürlich nicht aufgetaucht.
Da die Flugsicherung ein sensibler Bereich sei, sei ein derartiger "Spaß" in keinster Weise angebracht, sagte Jaekel weiter. Die Flugexperten hätten aber schnell herausgefunden, dass man bei Antennen Brandenburg anscheinend der Auffassung war, sich einen derartigen Witz erlauben zu können. Die DFS will nun prüfen, ob sie juristische Schritte gegen den Haussender von Antenne Brandenburg, den RBB, einleitet.
Beim RBB scheint man erstaunt darüber, dass die als Unterhaltung gemeinte Falschmeldung nicht überall als unterhaltsam angesehen wird. „Es war nicht unsere Absicht, irgendjemandem zu schaden“, sagte Pressesprecher Justus Demmer. Und erklärt, wie der Sender versucht habe, rund um das Durcheinander um den Flughafen BER eine lustige Geschichte zu erzählen.
Bei genauem Hinhören, hätten die Hörer auch schnell den Witz verstanden, sagt Demmer zur Rechtfertigung, und findet: „An keiner Stelle klang es so, als wäre etwas Schlimmes passiert“. Die Flugplätze in Neuhardenberg und in Kyritz seien informiert gewesen. Tegel und Schönefeld hingegen nicht.
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