Ungeachtet des Eröffnungs-Desasters beim neuen Hauptstadtairport BER in Schönefeld will Flughafen-Chef Rainer Schwarz weiter als Honorarprofessor arbeiten. „Die damit verbundenen Lehrverpflichtungen sind gebündelt an vier oder fünf Terminen im Jahr“, sagte Schwarz auf Nachfrage von Morgenpost Online. Auch müsse er sich auf diese Veranstaltungen nicht tagelang vorbereiten. Daher gebe es für ihn keinen Grund, eine für Führungskräfte in der Wirtschaft „nicht unübliche Tätigkeit“ aufzugeben, so Schwarz.
Lehrauftrag in Wildau
Der 55 Jahre alte Betriebswirt, der im Jahr 1987 an der Universität Bayreuth promoviert hatte, hat seit 2006 einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule (TH) im brandenburgischen Wildau. 2008 ernannte ihn die TH zum Honorarprofessor. Zusätzlich Geld erhält Schwarz, der als Flughafen-Geschäftsführer pro Jahr ein Grundgehalt von 350.000 Euro zuzüglich zahlreicher weiterer Leistungen erhält, für seine Lehrveranstaltungen nicht. Er darf dafür aber einen Professoren-Titel tragen.
Nach der Entscheidung, wegen des Zeitverzugs am BER den Chefplaner Manfred Körtgen abzuberufen, ist Schwarz derzeit alleiniger Geschäftsführer der Flughafengesellschaft. Bis ein Nachfolger für Körtgen gefunden ist, soll Schwarz den Aufgabenbereich von Körtgen mit übernehmen. Und er muss nicht nur den Betrieb der beiden bestehenden Berlin-Airports in Tegel und Schönefeld (Alt) managen, sondern auch sicherstellen, dass der BER-Flughafen nun rechtzeitig bis zum 17 März 2013 fertiggestellt wird. Der Betrieb in Tegel und Schönefeld wird wegen der zusätzlichen Anforderungen ebenfalls schwieriger. Schwarz selbst sprach in der vergangenen Woche von „einem gigantischen Berg Arbeit“, der vor allen Beteiligten liege.
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