Die zum 3. Juni geplante Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld wird überraschend 26 Tage vorher abgesagt. Chefplaner, Flughafenchef und der Aufsichtsratsvorsitzende sind für diese Blamage verantwortlich. Sie sind für diese bedeutende Baumaßnahme offensichtlich ungeeignet. Da es sich bereits um die zweite Verschiebung handelt, sollten endlich Konsequenzen gezogen werden. Ein sofortiger Einsatz unabhängiger Sachverständiger zur Überprüfung sämtlicher Ausführungen am Flughafen wäre ratsam, denn neben den Brandschutzmängeln werden bestimmt noch andere Mängel vorhanden sein.
Werner Nierke, Lichtenrade
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) regiert die Stadt nur noch mit Pleiten, Pech und Pannen. Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens wurde mal wieder verschoben, obwohl Wowereit die Eröffnung des Flughafens in seinem Partykalender als das wichtigste Datum in diesem Jahr eingetragen hatte. Bevor weiter über dieses Flugplatz-Chaos und die diversen Baumängel spekuliert wird, sollte Wowereit jetzt alle Karten auf den Tisch legen und für Aufklärung sorgen.
Albert Alten, per E-Mail
Großprojekte haben immer besondere Probleme, nur hier kann ich mich nur wundern. Tage zuvor wird noch von pünktlicher Eröffnung gesprochen, keine Probleme. Beide Länderchefs im Aufsichtsrat: keine Probleme. Testläufe mit vielen Menschen: keine Probleme, Eröffnung pünktlich. Wie kann man mit Menschenmengen im Terminal die Abfertigung und den Durchlauf testen, wenn die Sicherheitsstandards nicht erfüllt sind? Das allein ist schon vorsätzlich leichtsinnig. Drei Wochen vorher bekanntzugeben, dass die eingebauten Geräte nicht TÜV geprüft sind, schludrig und irrsinnig. Mit welcher Leichtfertigkeit wurde hier geplant oder ging es allein um Einsparungen? Beide Regierungschefs müssen ihren Teil der Verantwortlichkeit tragen, nicht nur durch Sprechblasen. Das ganze Projekt BER ist spannender als jeder Krimi, man kann die Fortsetzung kaum erwarten.
Lothar Otterstätter, Mariendorf
Was hat Flughafenchef Rainer Schwarz in jüngster Zeit nicht so alles von sich gegeben: Der Flughafen ist zu klein. Der Flughafen muss ausgebaut werden. Der Flughafen wird einen Boom erleben. Vielleicht sollte er erst mal fertig werden! Diese Äußerungen und die Tatsache, dass der lang geplante Eröffnungstermin nun zum zweiten Mal verschoben werden muss, lässt ganz Deutschland über die Unfähigkeit der sozialdemokratischen Landesregierungen in Berlin und Brandenburg lachen. So etwas hat es 1992 in München zum Umzug des Flughafens „Franz Josef Strauß“ nicht gegeben. Es ist einfach nur peinlich!
Peter Hirsch, Wilmersdorf
Die gesamte Baugeschichte des Flughafens ist eine einzige Verkettung von Dilettantismus und Unfähigkeit. Dabei ist es Flughafenchef Schwarz stets gelungen, seinen Namen aus der Diskussion herauszuhalten. Gab es gute Nachrichten, verkündete er sie immer persönlich der Öffentlichkeit. Ging etwas schief, tauchte er ab und schob seine Mitarbeiter vor. Damit muss jetzt Schluss sein. Er trägt als Vorstandssprecher die Verantwortung für das Desaster und muss jetzt gehen. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken.
Fritz Thaler, per E-Mail
Berlin ist weltweit ein großer Schaden zugefügt worden. Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland wurde der Lächerlichkeit preisgegeben. Wir brauchen aber jetzt keine Bauernopfer. Die Hauptschuldigen müssen zur Verantwortung gezogen werden. Wowereit und Platzeck tragen für den Skandal die volle Verantwortung. Als Aufsichtsvorsitzende haben sie total versagt, ihre Unfähigkeit ist deutlich geworden. Die Interessenlosigkeit von Klaus Wowereit wurde deutlich, als er nach dem Bekanntwerden der Verschiebung im Wintergarten an einer Party teilnahm und mit einem Sektglas in der Hand feierte. Jetzt ist Schluss mit lustig. Wowereit muss jetzt endlich seinen Hut nehmen.
Egon Franke, per E-Mail
Da ich schon immer ein Gegner dieses Wahnsinnsprojekts in Schönefeld war und es lieber eine Nummer kleiner gehabt hätte, kann ich nun meine Schadenfreude über den missglückten Start nicht verhehlen. Und der Schuldige ist für mich auch schon ausgemacht: Es ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der als Mitglied des BER-Aufsichtsrates die Verantwortung für dieses Desaster vor allen Dingen trägt und der als Politiker viele Jahre hindurch unmissverständlich und kompromisslos die Linie vertrat, nur auf einen internationalen Flughafen in dieser Region zu setzen. Mit den zusätzlichen Flughäfen in Tegel und Tempelhof wäre das nicht passiert und wir hätten uns in Bezug auf Flugrouten und Fluglärm für die Anwohner auch viel Ärger erspart. Doch gegen die Unvernunft in der Politik und Wirtschaft kam man eben als Normalbürger nicht viel machen.
Thomas Henschke, Reinickendorf
Die Vorgänge um Planung, Bau und Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens bilden den größten politischen Skandal, den Berlin nach der Wende erlebt hat. Das Versagen der Politiker und Aufsichtsratsmitglieder Wowereit und Platzeck ähnelt einem unkontrollierten Blindflug und Absturz auf dem Flughafen Schönefeld. Unter und mit ihnen ist das größte und wichtigste Infrastrukturprojekt des Ostens nun zum Fiasko geworden – politisch und finanziell. Sie sind mit ihrem Vorzeigeprojekt gescheitert. Zwei Bruchpiloten, die jetzt der Öffentlichkeit auch noch glauben machen wollen, dass nur der fehlende Brandschutz das Problem ist, weil Sicherheit sich natürlich immer gut verkaufen lässt. Insider können davon berichten, dass es bei Probeläufen immer noch viele Schwierigkeiten gibt – etwa beim Check-in, beim Gepäck oder beim Boarding. Insgesamt sei die Situation auf dem neuen Airport derzeit geradezu chaotisch. Die Lufthansalounge hat bislang weder einen Strom- noch einen Wasseranschluss. Das Vertrauen der Öffentlichkeit ist erschöpft. Würde ein Pilot so verantwortungslos handeln wie die Geschäftsführung und die Lotsen im Tower so fahrlässig controllen wie Wowereit und Platzeck, würde niemand mehr in seinen Flieger steigen.
Roger Morell, per E-Mail
Es ist ein starkes Stück, was uns da von den Verantwortlichen zugemutet wird. Zu der Pleiten-, Pech- und Pannennummer haben wir jetzt eins gelernt: Keiner der Verantwortlichen hat Schuld. Schuld hat eindeutig nur die Entrauchungsanlage und ihre Komplexität, die heimtückisch und völlig unberechenbar den Flughafenstart sabotiert hat. Also braucht auch keiner der Herren Verantwortung zu übernehmen oder für den finanziellen Schaden geradezustehen.
Rüdiger v. Bergmann, Hakenfelde
Die jüngsten Schwierigkeiten im Zusammenhang mir der Eröffnung des BER lassen auch für die Zukunft nichts Gutes ahnen. Wenn man die gesamte Entwicklung betrachtet, so muss man konstatieren, dass die Politik hohe Ziele verfolgte, die, koste es, was es wolle, durchgesetzt werden mussten. Dabei wurde auch teilweise getrickst (Flugrouten) und es wurden Verbesserungen und Erweiterungen gewünscht, obwohl die finanzielle Situation immer schwieriger wurde. Die Politik setzte auch die Eröffnungstermine fest, obwohl wesentliche Grundbedingungen nicht erfüllt waren. Nach meinem Verständnis sind Mitglieder eines Aufsichtsrates auch dazu da, die realistischen Abläufe zu kennen und nicht bis kurz vor einer Eröffnung über wesentliche Gefahren nicht informiert gewesen sein zu wollen. Man kann nur hoffen, dass die Zukunft keine bösen Überraschungen bringt.
Dieter Meier, Tegel
Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung für diese Pleite? Das Bundesverkehrsministerium und Berlin müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Neben dem Image-Schaden gibt es erhebliche wirtschaftliche Nachteile. Niemand will etwas von der jetzt bekannt gewordenen Bauverzögerung gewusst haben.
Christian Lukner, per E-Mail
Wowereit, Platzeck und Schwarz sind Bluffer. Der BER steht auf einem Fundament aus Unwahrheiten und fehlender Risikoabwägung. Selbst auf eine grobe Kalkulation der Risiken für die Bevölkerung wurde verzichtet. Das Fiasko der Fertigstellung ist symptomatisch für die Lügenbarone der Lüfte. Falscher Standort, falsche Routen, Fehl- beziehungsweise gar keine Planung, fehlendes Umweltmonitoring, Zerstörung von Trinkwasserschutzgebieten und des Stadt-Klimas von Berlin durch 900 Überflüge täglich. Ein Flughafen ist kein Betätigungsfeld für Nebenbei-Planer.
Prof. Dr. H. Behrbohm, per E-Mail
Hoffentlich werden Chefplaner Körtgen und Flughafenchef Schwarz zur vollen Verantwortung gezogen, damit sie die anfallenden Kosten persönlich tragen. Politisch erwarte ich, dass Klaus Wowereit sein Versagen eingesteht und seinen Posten im Aufsichtsrat räumt. Das gilt natürlich auch für Matthias Platzeck.
Wolfgang Rauch, per E-Mail
Auf einer Werbeveranstaltung für den neuen Flughafen auf der ITB etwa im Jahr 1998 habe ich dem Personal gesagt, dass für den Flughafen in München unter ganz anderen ökologischen Bedingungen 25 Jahre benötigt wurden. Als ständiger Beobachter des Baufortschritts am BBI/BER habe ich mir ständig die Augen gerieben. Um dieses Projekt funktionsfertig zu übergeben, werden meines Erachtens mindestens noch neun bis zwölf Monate benötigt.
Rolf Friedrich Dräger, Schöneberg
Die verschobene Eröffnung des neuen Flughafens ist kein Zufall, sie ist symptomatisch, sie wurde vorausgesagt. Und der BER wird noch viel mehr Ärger mit sich bringen. Städte wie Rom, London, Paris, Washington und Toronto verfügen über mehrere Flughäfen, zumindest über einen City-Airport. Den Fluggästen aus dem Raum Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist vielleicht noch nicht klar, dass sie nach der Schließung Tegels bis zu drei Stunden unterwegs sein werden, um dann in 52 Minuten etwa nach München zu fliegen. Wenn sich Abendflüge verspäten, werden die in Leipzig oder Hannover landen und die Passagiere mit dem Bus nach Berlin fahren müssen. Ich bin seit 56 Jahren aktiver Pilot, ich weiß, wovon ich rede.
Horst Pillau, per E-Mail
Imageverlust? Den hätte es für Berliner Verhältnisse doch wohl erst gegeben, wenn alles termingerecht geklappt hätte. Als Komparsen beim Probelauf im April war uns klar, dass das nicht klappen wird. Kein Computer, kein Transportband lief, keiner der Wege zu den Gates war richtig – wenn überhaupt – beschildert.
Personelle Konsequenzen sind zu diesem Zeitpunkt viel zu früh. Die, die es verbockt haben, sollen es richten. Denn neue Manager hätten nur neue Ausreden.
Uwe Schmidt, Friedenau
Als Betroffener (Abflug war am 13. Juni vom BER geplant) kann ich mich noch gut an die ersten Befürchtungen in den Medien Anfang des Jahres erinnern, ob der BER wohl pünktlich fertig gestellt würde. Alle wiegelten ab, ob Wowereit oder Platzeck. Im Grunde war aber allen Berlinern und Brandenburgern klar, dass bei den Hunderten beteiligten Firmen immer etwas schief läuft. Wahrscheinlich sind Klaus Wowereit, Matthias Platzeck und die anderen hochrangigen Verantwortlichen von einem Fertigflughafen ausgegangen und haben deshalb gedacht: Wird schon jut jehen. Besser wäre gewesen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck haben sich zur Lachnummer gemacht.
Andreas Will, Britz
Ich war am 13. März dieses Jahres als einer der Tester vor Ort am neuen Flughafen. Als ich abends nach Hause kam, habe ich zu meiner Frau gesagt: „Das schaffen die nie, rechtzeitig fertig zu werden.“ Kahle Betonwände, Tausende herabhängende Kabel. Außer der großen Halle war nichts wirklich annähernd fertig. Ich denke, der Brandschutz ist nur die Spitze vom Eisberg und musste jetzt als Ausrede herhalten.
J. Wehlisch, Staaken
In der Pressekonferenz zum Fehlstart des Flughafens BER hat der Regierende Bürgermeister im wahrsten Sinne des Wortes wieder einmal über die Köpfe der Bürger Reinickendorfs, Pankows und weiterer Bezirke hinweg entschieden, dass die paar Flugbewegungen mehr der Lufthansa selbstverständlich der Flughafen Tegel übernehmen könne. Ich frage mich, wie viel Arroganz und Selbstherrlichkeit gehört dazu, innerhalb weniger Stunden nach dem Debakel schon darüber befinden zu können, dass 350 Flugbewegungen mehr pro Woche in Tegel (eine Steigerung von 650 auf 1000 Flugbewegungen pro Woche) ohne Weiteres zu verkraften wären?
Rainer Hartmann, per E-Mail
Nach der Blamage der erneuten Verschiebung der Eröffnung des Hauptstadtflughafens braucht es wohl keiner Häme mehr. Die bereits zweite Verschiebung der Eröffnung des Airports wird dem Berliner Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Sitzen im Flughafen-Aufsichtsrat nur noch Laiendarsteller? Wowereits und Platzecks gespielte Empörung ist unglaubwürdig. Sie tragen die politische Verantwortung für dieses Desaster.
Andreas Hehn, Spandau
Die vorhersehbare Katastrophe ist eingetreten, der Schaden für Berlin ist unermesslich.
H. Witte, Wedding
Jetzt ist es wichtig, dass der vorgesehene Flugplan weitgehend eingehalten werden kann. Damit die Fluggesellschaften die hierfür notwendigen Start- und Landegenehmigungen an den beiden jetzigen Flughäfen auch erhalten können, benötigen sie die Unterstützung unserer Flughafengesellschaft, der Flugsicherung sowie unserer regionalen Luftfahrtbehörde.
Holger Voss, Spandau
Nachdem es Klaus Wowereit nun gelungen ist, Berlin vor aller Welt bis auf die Knochen zu blamieren und unsere Stadt zu einer weltweiten Lachnummer zu machen, sollte er wenigstens soviel Rückgrat beweisen und die Verantwortung als Politiker sowie Vorsitzenden des Aufsichtsrats des BER übernehmen und Menschen Platz machen, die etwas von dem verstehen, was sie tun. Seit Monaten ist es eine längst erkennbare Tatsache, dass der Eröffnungstermin nicht gehalten werden kann. Wieder einmal werden wir erleben, dass Pleiten, Lügen und Unzulänglichkeiten der Verantwortlichen vertuscht und auf Andere abgewälzt werden. Dieser BER ist ein Fluch für Generationen und ein finanzielles Massengrab für Steuermittel. Die zusätzlich fällig werdenden Millionen Euro für Regressforderungen sind den Verantwortlichen anzulasten.
Werner Gerhardt, per E-Mail



