Monbijoutheater

Wo sich Kinder in Märchenwelten entführen lassen

In einer Holzhütte am Monbijoupark bringt ein engagiertes Team von Theaterleuten Märchenklassiker zur Aufführung und sind damit so erfolgreich, dass jetzt eine zweite Hütte aufgestellt wurde.

Foto: Bernd Schönberger

Es war einmal ein Park an der Spree, in dem im Sommer in einem großen Amphitheater Stücke von weltbekannten Regisseuren gespielt wurden. Das Amphitheater zählte bald zu den meistbesuchtesten Bühnen der Stadt. Dann bekamen die Macherinnen und Macher Nachwuchs und schnell wurde ihnen klar: Auch Kinder wollen Geschichten hören.

So kamen Christian Schulz und sein Team auf die Idee, ein altes Blockhaus aus Polen an die Spree zu transportieren, es wieder aufzubauen und dort Märchen aufzuführen. Das Dach des alten Bunkers im Monbijoupark zeigte sich als geeigneter Platz, um hier eine verwunschene Märchenwelt entstehen zu lassen, die fortan Jung und Alt verzaubert.

„Die Schauspieler hatten wir ja vom Amphitheater. Sie waren froh, länger als nur den Sommer über arbeiten zu können“, berichtet Schulz. Im Winter 2006 begann die erste Spielzeit der Märchenhütte. „Wir haben uns vor allem den Klassikern der Brüder Grimm gewidmet“, sagt er. Die werden von dem zehnköpfigen Schauspiel-Ensemble mit viel Ausdrucksstärke und tollen Kostümen altersgerecht präsentiert.

Und so lauschen bis zu hundert Kinder und Eltern pro Aufführung theatralisch aufbereiteten Märchen wie „Aschenbrödel“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Dornröschen“, „Die Schneekönigin“, „Schneewittchen“, „Rotkäppchen“ und „Rapunzel“. Von Hans Christian Andersen wurde die Geschichte von der „Prinzessin auf der Erbse“ übernommen. In der Regel dauern die Märchenstücke eine halbe Stunde. „Sonst geht die Konzentration flöten. Und wir wollen ja, dass es für alle unterhaltsam und entspannt ist“, erklärt Schulz.

Märchen für Erwachsene

So erfolgreich ist diese Märchenidee, dass mittlerweile eine zweite Hütte aufgestellt wurde. „Darin zeigen wir Märchen für Erwachsene, in denen es etwas schauriger und auch erotischer zugeht“, erklärt der Betreiber der Märchenhütten. Bespielt werden die heimeligen Holzhäuser von Mitte November bis Mitte Februar. „Derzeit arbeiten wir an zwei, drei neuen Inszenierungen.“

Mehr verrät Christian Schulz allerdings noch nicht. Das genaue Programm findet sich ab Ende Oktober im Internet. Dass zum zünftigen winterlichen Märchenvergnügen auch duftende Lebkuchen und Bratäpfel gehören, versteht sich fast von selbst. Sogar eine kleine Pizzeria befindet sich auf dem Gelände. „Damit ist auch für das leibliche Wohl unserer kleinen und großen Gäste gesorgt“, sagt Christian Schulz.