Es ist eine Berliner Erfolgsgeschichte. Vor 20 Jahren wurde das Hexenkessel Hoftheater gegründet, in einem Hinterhof eines besetzten Hauses an der Schönhauser Allee, deshalb der Name. Von dem man sich trennen möchte. Anlässlich des Jubiläums nennt sich die Truppe in Monbijoutheater um, schließlich bespielt es den gleichnamigen Park in Mitte, über 100.000 Zuschauer haben sie mittlerweile pro Jahr. Im Zentrum sind sie allerdings schon seit 1999. Aber die Zukunft der Bühne war unsicher. Das Amphitheater aus Holz musste „aus baurechtlichen Gründen“ am Ende jeder Open-air-Saison im Herbst abgebaut und eine neue Spielgenehmigung beim Bezirksamt beantragt werden. Die kam dann irgendwann im Frühjahr, erzählt Geschäftsführer Christian Schulz.

Die winterliche Zitterpartie, verbunden mit der Frage, ob es nun weitergeht oder nicht, gehört der Vergangenheit an, die Theatermacher bauen auf das Bekenntnis des Bezirks zu der Einrichtung. Im wortwörtlichen Sinne: Denn der Neubau soll nicht weit entfernt vom jetzigen Theater entstehen und künftig ganzjährig bespielt werden. Das neue Theater ähnelt dem alten an der Monbijoustraße, besteht ebenfalls aus Holz, kann aber im Innenraum flexibel gestaltet werden und bietet durch eine größere Überdachung mehr Zuschauern einen Platz im Trockenen, wenn es regnet. David Regehr, der Bühnenbildner des Monbijoutheaters, steht vor einem Modell und nimmt zu Demonstrationszwecken die Zuschauertribüne heraus. Das Dach des „doppelten Amphitheaters“ könne im Winter mit einer Folie geschlossen werden, auf den Einbau einer Heizung werde aus Kostengründen verzichtet, aber zu den Vorstellungen soll das Theater temporär beheizt werden. Regehr spricht von 350 Plätzen und beziffert die Kosten auf etwa 200.000 Euro – gebaut wird in Eigenregie.

Baubeginn offen

Wann es losgeht, ist allerdings offen, in den nächsten drei Jahren soll das Projekt realisiert werden. Der Zeitplan hängt von der Humboldt-Universität ab. Die Hochschule muss nämlich vorher die benachbarten Gebäude räumen. Auf dem Areal liegt auch ein Hochbunker, dort sollen unter anderem die sanitären Einrichtungen und Depots des Theaters untergebracht werden. Ebenfalls im Bunker untergebracht werden soll ein neues Museum, das sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts in Berlin und Deutschland beschäftigt.

Stolz sind die Theatermacher darauf, dass sie „seit 20 Jahren ohne öffentliche Zuschüsse auskommen“. Quersubventioniert wird der Bühnenbetrieb intern – durch die Strandbar gegenüber vom Bode-Museum. Die Theater-Saison startet am 8. Juni mit der Premiere von „Wie es euch gefällt“. Gefeiert wird der 20. Geburtstag auch: Am 27. Juni – dieser Freitag ist fußballfrei.